Chelsea zertrümmert negativrekord: 300 millionen euro in rauch aufgegangen

Die Blues brennen. Mit einem Minus von 300,8 Millionen Euro haben sich die Londoner nicht nur selbst, sondern die ganze Premier League in ein finanzielles Fiasko gestürzt. Kein Klub in der 32-jährigen Geschichte der Liga schrieb je tiefer rot.

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226,7 Millionen Euro Verlust – damals ein Schocker, heute eine Fußnote. Chelsea überflügelt die alte Marke um satte 74 Millionen. Die Zahlen, die die BBC am Montag veröffentlichte, stammen aus den hinterlegten Konten beim britischen Handelsregister. Offiziell liegt der vollständige Geschäftsbericht noch nicht vor, doch die Kernbotschaft ist längst gelaufen: Die US-Eigentümer um Todd Boehly haben die Kasse zur Explosion gebracht.

Seit der Übernahme im Mai 2022 flossen 1,15 Milliarden Euro in neue Spieler. Jeder Transfer schien ein Statement, jede Ablöse ein Sieg – bis die Rechnung kam. Einnahmen? Da sind 563,5 Millionen Euro zusammengekommen, zweitbeste Kennzahl der Klubhistorie. Darin steckt sogar der Gewinn der Klub-WM 2025. Doch das reicht nicht einmal annähernd.

Uefa-knüppel: 31 millionen strafe und transfer-bremse

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Die Financial-Fairplay-Wächter schlugen im Sommer zu: 31 Millionen Euro Geldbuße, dazu ein Transfer-Embargo light. Chelsea darf nur noch kaufen, wenn vorher Spieler für mindestens denselben Betrag verkauft wurden. Das dürfte die nächsten Fenster lahmlegen. Kein Wunder, dass sich Co-Sportdirektor Laurence Stewart in Gesprächen mit Beratern bereits nach Swap-Deals umsieht.

Ironie der Geschichte: Die Premier League erlaubt innerhalb von drei Jahren maximal 105 Millionen Pfund Verlust. Chelsea hält sich an diese Linie – dank geschickter Kreativbuchhaltung. Infrastruktur, Frauenfußball, Nachwuchs: alles außen vor. Die Liga winkte durch, während die Uefa zuschlug.

Für die Fans bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Die neue Besitzer-Ära versprach Galáctico-Fußball, lieferte aber eine Bilanz, die selbst Roman Abramowitsch im wildesten Winterblues nicht hinbekam. Das Stadion singt noch, die Kasse kreischt. Und draußen im Transfermarkt warten die Klubs darauf, dass Chelsea endlich Verkäufer wird. Die Preise stehen bereits auf Abruf.