Chaos um platz vier: comos vorsprung schmilzt – juve, roma, atalanta heizen jagd ein

58 Punkte. Fünf Teams. Ein Ticket. Die Champions-League-Quali der Serie A gleicht einem Boxkampf ohne Gong: Como war lange der König der Ringecke, doch Juventus atmet schon in den Nacken, Roma und Atalanta wittern die Lücke. Drei Spieltage vor Saisonende trennt Rang vier von Rang sieben nur fünf Zähler – und keiner der Anwärter darf mehr stolpern.

Como muss lernen, favorit zu sein

Der Aufsteiger aus der Lombardei hat die beste Ausgangsposition, aber den schwersten Kopf: Seit fünf Partien wartet Como auf einen Sieg, Trainer Cesc Fàbregas jongliert mit einem Befreiungsgeist und gleichzeitig der Last der Geschichte. Die Trefferquote der letzten 450 Minuten: ein Tor. Dazu fällit Mittelfeld-Antreiber Verdi mit Muskelbündelriss für den Rest der Saison aus. Das Restprogramm klingt harmlos – Lecce, Monza, Udinese –, doch genau diese „Kleinen“ haben Como in den letzten Wochen gebremst.

Juventus dagegen reist mit dem Selbstvertrauen eines Riesen nach Sardinien. Motta rotierte gegen Atalanta clever, Vlahovic und Yildiz blieben frisch. Das Lazio-Duell am letzten Spieltag könnte zur Endrunde werden – und die Alte Dame hat die Erfahrung, solche Matches zu gewinnen. Kein Wunder, dass die Buchmacher kurzfristig die Turiner an die Spitze der Quote setzten.

Roma und atalanta: europa-league-finalisten mit turbo

Roma und atalanta: europa-league-finalisten mit turbo

Roma schlitterte zuletzt in den Keller der Formtabelle, doch De Rossi kann auf Dybala und Lukaku setzen, wenn es um Ankle-Checks geht. Die Giallorossi haben noch das Derby gegen Lazio – ein Match, das mehr ist als drei Punkte. Gewinnen sie das, ist die Kurve ein Vulkan, verlieren sie, platzt die Saison.

Atalanta lacht über die Konkurrenz: drei Spiele weniger, dafür Pokal-Halbfinal-Auswärtsbelastung in Florenz. Gasperini fordert von seinen Spielern „ein Herz aus Stahl“, weil das Programm mit Liverpool im Europa-League-Viertelfinale und Trips nach Neapel und Mailand brutal ist. Die Bergamoer sind es gewohnt, mit dünnen Kadern zu leben – aber auch sie haben Grenzen. Lookman und Scamacca laufen auf Zahnstochern.

Die wahrheit liegt im kalender

Die wahrheit liegt im kalender

Wer die Tabelle studiert, sieht: Como hat 180 Minuten gegen Abstiegskandidaten, Juventus muss noch nach Bologna und Sardinien, Roma erwischt mit Milan ein Top-Team. Atalanta? Die muss sieben Partien in 21 Tagen stemmen – körperlich ein Pensum, das selbst Sportwissenschaftler nur mit dem Kopfschütteln kommentieren.

Die Statistik liefert den entscheidenden Hinweis: In den letzten zehn Jahren schafften 83 Prozent der Teams mit 71 Punkten die Champions League. Die magische Marke steht also bei 13 bis 14 Zählern aus den letzten fünf Spielen. Keine Mannschaft darf mehr als eine Niederlage riskieren, sonst fliegt sie raus aus dem europäischen VIP-Raum.

Der Countdown läuft. Wer am 2. Juni in Rom die Hymne der Champions League hören will, muss jetzt liefern – oder träumt ein weiteres Jahr von Thursday-Nächten im Regen von Bratislawa. Como kann Geschichte schreiben, Juventus verhindern, dass ein Neuling das Establishment blamiert. Und wir Zuschauer? Wir bekommen ein Finale, das lauter ist als jede Coppa Italia.