Chaos in dresden: pyro, platzsturm – zweitligaspiel unterbrochen!

Dresden – Ein Fußballspiel, das in die Geschichte eingehen wird, wenn auch aus den falschen Gründen: Das Topspiel der Zweiten Bundesliga zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC eskalierte am Sonntagnachmittag in einem Ausmaß, das man sich im deutschen Fußball kaum hätte vorstellen können. Pyrotechnik, ein Platzsturm und schließlich die Unterbrechung des Spiels prägten das Bild im Rudolf-Harbig-Stadion.

Ein inferno aus rauch und gewalt

Schon nach wenigen Minuten wurde die Partie erstmals unterbrochen, als beide Fanlager begannen, massenhaft Pyrotechnik zu zünden. Während die Hertha-Anhänger in ihrem Gäste-Block blau-weißen Rauch verströmten, entfachte der Ultra-Block der Dresdner Anhänger ein regelrechtes Feuerwerk außerhalb des Stadions. Die Situation spitzte sich weiter zu, als mehrere Fans beider Lager die Absperrungen durchbrachen und auf das Spielfeld stürmten. Ein besonders beunruhigender Moment war, als Dresdner Anhänger quer über den Rasen in Richtung Fanblock der Hertha rannten.

Schiedsrichter Sven Jablonski hatte keine andere Wahl, als die Begegnung zu unterbrechen und die Teams in die Kabinen zu schicken. Die Polizei versuchte verzweifelt, die Lage zu beruhigen und die Dynamo-Anhänger in ihren Block zurückzuführen. Die Bilder, die aus dem Stadion sändeten, waren erschütternd, wie Dresdens Sport-Geschäftsführer Sören Gonther bei Sky betonte: „Wir stehen da alle so ein bisschen unter Schock, weil wir wollen Fußball spielen und nichts anderes.“

Verurteilungen und sicherheitsbedenken

Verurteilungen und sicherheitsbedenken

Dynamos Finanz-Geschäftsführer Stephan Zimmermann sprach von „wohl einer Fahne vom Gastverein weggegangen“ als Auslöser der Ereignisse, verurteilte jedoch die Vorgänge entschieden. „Es ist allen klar im Stadion, dass das Bilder sind, die man nicht sehen will“, erklärte er bei RTL. Seit Wochen habe es einen Austausch mit der Politik in Sachen Sicherheit gegeben. „Nicht das, was wir sehen wollten. Die Realität ist leider, dass wir 100 Menschen auf dem Platz gesehen haben, die sich Pyrotechnik entgegengeworfen haben. Das war heute ein ganz großer Schuss in den Ofen. Vollkommen daneben.“

Auch Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich äußerte sich scharf zu den Vorfällen: „Das hat überhaupt nichts im Fußball zu tun.“ Er entschuldigte sich im Namen des Vereins bei allen Beteiligten und betonte, dass Gewalt und Pyrotechnik für ihn eine absolute Grenze darstellen. „Wir sind für Fankultur im Stadion. Sobald aber Gewalt im Spiel ist und Pyrotechnik geworfen wird, hört es bei mir auf.“

Mehr als 100 polizisten im einsatz

Mehr als 100 polizisten im einsatz

Nach den heftigen Szenen blieben mehr als 100 Polizisten in zwei großen Reihen in der Dynamo-Hälfte des Stadions, mit Blick auf den Ultrablock, um weitere Ausschreitungen zu verhindern. Der Dresdner Kapitän Stefan Kutschke versuchte vergeblich, zwischen den Anhängern zu vermitteln. Nach einer halben Stunde Unterbrechung wurde die Partie schließlich wieder angepfiffen, wobei die Entscheidung, das Spiel fortzusetzen, offenbar nur knapp vermieden wurde.

Die Partie lief dann in der 19. Minute offiziell wieder an, doch der Schatten der vorherigen Ereignisse lag weiterhin über dem Stadion. Die Frage, wie es zu dieser Eskalation kommen konnte und welche Konsequenzen die Vereine und die Fans nun zu erwarten haben, bleibt offen. Die Bilder von gestern Abend sind ein deutliches Mahnmal dafür, dass die Sicherheit im deutschen Fußball weiterhin eine große Herausforderung darstellt – und dass die Leidenschaft für den Sport niemals über die Grenzen des Respekts und der Gewaltfreiheit hinausgehen darf.