Champions-league-drama: elfmeter-geist für real madrid?
Madrid atmete auf, München nagt. Das Champions-League-Duell zwischen Real Madrid und Bayern München am Dienstagabend (1:2) wird noch lange Gesprächsstoff bieten – vor allem aufgrund einer Szene, die die Fußballwelt spaltet: Hätte der FC Bayern in der Nachspielzeit einen Elfmeter bekommen müssen?
Zweikampf im strafraum: entscheidung durch michael oliver
Die Spannung war kaum zu übertreffen. Es war die vierte und somit letzte Minute der Nachspielzeit, als Harry Kane einen hohen Ball von Joshua Kimmich per Kopf zu Michael Olise weiterleitete. Der französische Angreifer stürmte in den Strafraum Reals, um den Pass von Kane per Brust zu kontrollieren. Doch in diesem Moment kam Álvaro Carreras von Real Madrid ins Spiel und schien Olise von hinten umzustoßen. Ein klarer Fall für einen Elfmeter? Der Schiedsrichter Michael Oliver entschied anders.
Die Proteste des französischen Stürmers und seiner Mitspieler waren vehement, doch Oliver ließ auf einen VAR-Check verzichten. Ein Fehler? Die Fernsehbilder ließen Zweifel aufkommen. Hätte der Schiedsrichter hier die richtige Entscheidung getroffen? Die Diskussionen in den sozialen Medien und den Sportnachrichten sind in vollem Gange.

Kramer: „ich hätte es gepfiffen“ – wagner nimmt es gelassener
Weltmeister Christoph Kramer äußerte sich in der Übertragung bei „Prime Video“ eindeutig: „Der Stürmer lässt sich ja nicht fallen. Er kommt am Fünfereck frei zum Schuss. Das ist eigentlich fast ein klares Tor. Da machst du alles, um stehen zu bleiben. Aber er fällt.“ Kramer zeigte sich überzeugt: „Ich hätte es gepfiffen. Aber in so einem Spiel verstehe ich auch den Schiedsrichter, der das dann nicht pfeift.“ Der ehemalige Schiedsrichter Lutz Wagner hingegen bewertete die Situation etwas neutraler: „Michael Oliver hat dieses Spiel sehr großzügig, sehr gut gepfiffen.“

Real sauer: arbeloa beklagt zwei umstrittene entscheidungen
Doch die Madrilenen sind nicht unumstritten zufrieden. Coach Álvaro Arbeloa sprach nach dem Spiel explizit über zwei Situationen, die seiner Meinung nach zu Lasten seines Teams entschieden wurden: Eine unbegründete Gelbe Karte gegen Aurélien Tchouaméni und ein vermeintlicher Platzverweis gegen Bayerns Jonathan Tah, bei dem Oliver es bei einer Verwarnung beließ. Zusätzlich gab es zwei Strafraumkontakte von Dayot Upamecano gegen Vinicius Jr., die ebenfalls unbestraft blieben. Die Diskrepanz in der Schiedsrichterleistung ist offensichtlich und wirft Fragen nach der Objektivität auf.
Die Partie endete zwar mit einem Sieg für die Bayern, doch der bittere Nachgeschmack der vergebenen Elfmeterchance und der umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen wird noch lange nachwirken. Es bleibt abzuwarten, ob diese Episode die weitere Entwicklung des Champions-League-Kampfes beeinflussen wird.
