Champions-finale: henrys arsenal-qual hält henry in schach
Budapest fiebert dem Champions-League-Finale entgegen, doch für Thierry Henry, legendärer Stürmer Arsenals, verspricht der Abend eine besondere Zerrissenheit. Als Experte für den US-Sender CBS wird er das Duell zwischen Paris Saint-Germain und Arsenal analysieren – ein Spiel, das für ihn persönlich eine Achterbahn der Gefühle werden dürfte.
Die bürde der vergangenheit: arsenals ewiger traum
Henry, der selbst die glorreichen Tage im Arsenal-Trikot bestritt, spricht offen über seine Erwartungen und Ängste. "Es wird schrecklich für mich sein“, gesteht er. „Weil ich ein Fan bin und wir den Titel noch nie gewonnen haben.“ Er erinnert sich an die Qualen seiner ehemaligen Kollegen Jamie Carragher (Liverpool) und Micah Richards (Manchester City) während der Endspiele ihrer Vereine. Während Carragher mitfieberte, als Liverpool das Wunder von Istanbul erlebte, litt er mit, als die Reds die Nase vorn hatten. Richards hingegen weinte fast vor Freude, als Manchester City endlich den Henkelpott holte. Henry weiß, dass er nun professionell bleiben muss, aber das Herz wird mit Arsenal sein.
Die Chance für Arsenal, als "Unvergessliche" in die Geschichte einzugehen, ist real. Mikel Arteta, der Trainer, hat nach sieben Jahren der Geduld endlich die passenden Spieler zusammengeholt. "Ich hoffe natürlich, dass sie gewinnen“, sagt Henry. „Sie haben die Chance, als die Unvergesslichen in die Geschichte einzugehen.“

Kai havertz: mehr als nur ein tor
Ein Schlüsselspieler für Arsenal könnte Kai Havertz sein, der nach einer längeren Verletzungspause kürzlich ein wichtiges Tor im Meisterschaftsspiel gegen Burnley erzielte. Henry betont seine Vielseitigkeit: "Er hat diese Gabe, wichtige Tore zu machen. Er hilft beim Umschalten, ist stark im Pressing und versteht das Spiel durch seinen hohen Fußball-IQ.“ Havertz sei ein Spieler, der ständig Druck ausübt und auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden kann. Das Arsenal-Team konnte seinen Ausfall nur kompensieren, weil sie einen tiefen Kader mit Spielern wie Viktor Gyökeres haben.
Doch die Freude am Fußball wird von einer zunehmenden Belastung überschattet. Jamie Carragher kritisiert die Behandlung der Top-Spieler als "Vieh“, die ohne Rücksicht auf ihre körperlichen und mentalen Grenzen spielen sollen. Die Klub-WM und die unmittelbar folgende Weltmeisterschaft belasten die Spieler zusätzlich. "Irgendwann ist der Bogen überspannt“, warnt Carragher. Die Verbände scheinen die Belastungen der Spieler zu ignorieren, und die Spieler werden für ihre Leistungen kritisiert, obwohl sie eine immense Anzahl von Spielen bestreiten müssen.

Kompany: vom bayern-feuerlöscher zum guardiola-nachfolger?
Micah Richards blickt voller Bewunderung auf Vincent Kompany, seinen ehemaligen Teamkollegen bei Manchester City. Kompany, der kürzlich als Trainer der Bayern abberufen wurde, könnte in Zukunft die Nachfolge von Pep Guardiola antreten. "Ich wusste schon immer, dass er die Intelligenz besitzt“, sagt Richards. Kompanys mutiger, offensiver Fußball hat bei den Bayern Eindruck hinterlassen, obwohl seine Zeit dort letztlich nicht von Dauer war. Richards hofft, dass Kompany eines Tages nach Manchester zurückkehrt und dort seine Karriere fortsetzt.
Henry würdigt die Arbeit von Pep Guardiola und betont, dass er den Fußball revolutioniert hat. Er habe die falsche Neun wiederbelebt und einen neuen Spielstil entwickelt, der auf den Ideen von Rinus Michels und Johan Cruyff basiert. Guardiola habe alles auf ein neues Level gehoben, von der Disziplin bis zum Pressing. Die Veränderung, die Guardiola im Fußball bewirkt hat, ist unbestreitbar. Ein Fußballer wie Thierry Henry, der den Sport auf so hohem Niveau gespielt hat, weiß das zu schätzen.
Die Erwartungen an das Finale sind hoch, und die Experten sind sich einig: Es wird ein spannungsgeladenes Spiel mit vielen Überraschungen.
