Chamberlain: 5,4 blocks pro spiel – die nba hat die statistik übersehen!

Die Basketballwelt staunt: Jahrzehntelang hat man die Block-Statistik von Wilt Chamberlain unterschätzt. Neue Erkenntnisse aus alten Spielberichten lassen auf eine Dominanz am defensiven Ende schließen, die ihresgleichen sucht. Ein Detail, das die NBA-Historie neu schreibt.

Die vergessenen zahlen von '73

Offiziell werden Blocks in der NBA erst seit der Saison 1973/74 erfasst, eine Zeit, in der Wilt Chamberlain bereits seine Karriere beendete. Doch der Long Beach Independent, eine kalifornische Zeitung, hat nun Licht ins Dunkel gebracht. Demnach verbuchte Chamberlain in seiner letzten NBA-Saison 1972/73 unglaubliche 446 Blocks – ein Schnitt von 5,4 pro Spiel! Die Zahl sprengt den Rahmen: Nur Mark Eaton, mit 5,6 Blocks pro Partie in der Saison 1984/85, kam in der jüngeren Geschichte in dessen Nähe.

Wie konnte es zu dieser Diskrepanz kommen? Jedes Team führt seit jeher eigene Statistiken, die von einem eigens dafür zuständigen Mitarbeiter notiert werden. Die Zahlen des Long Beach Independent stützen sich auf die Aufzeichnungen der Los Angeles Lakers und werden nun als nicht-offizielle, aber dennoch aussagekräftige Ergänzung zu den NBA-Archiven gewertet. basketball-reference.com hat diese Daten in seine Statistik aufgenommen, betont aber, dass sie nicht von der Liga anerkannt sind.

Mehr als nur chamberlain

Mehr als nur chamberlain

Die Aufarbeitung beschränkt sich nicht nur auf Chamberlain. Auch die Block-Zahlen der Portland Trail Blazers seit 1970 wurden rekonstruiert, ebenso die von Bob McAdoo, der in der Saison 1972/73 durchschnittlich 2,7 Blocks pro Spiel verbuchte. Aber die Schlagzeilen gehören weiterhin “The Big Dipper”, wie Chamberlain liebevoll genannt wurde. Ein Mann, der nicht nur mit 100 Punkten in einem einzigen Spiel und über 50 Zählern pro Saison für Furore sorgte, sondern offenbar auch eine defensive Leistung erbrachte, die bislang im Schatten blieb.

Die Berichte aus jener Zeit sprechen von zahlreichen Spielen, in denen Chamberlain mehr als zehn Blocks verbuchte. Eine Zahl, die die neue Statistik nun bestätigt und ein noch umfassenderes Bild seines außergewöhnlichen Talents zeichnet. Es ist ein Beweis dafür, dass die Geschichte des Basketballs noch lange nicht vollständig ist und immer wieder Überraschungen bereithält, wenn man tief genug gräbt.

Die Wiederentdeckung dieser vergessenen Statistiken ist nicht nur eine Korrektur der Vergangenheit, sondern auch eine Hommage an einen der größten Spieler aller Zeiten. Denn die Zahlen zeugen von einer Dominanz, die weit über das Offizielle hinausgeht und Chamberlain endgültig in den Olymp der Basketballlegenden katapultiert.