Cenk özkacar will köln nicht mehr verlassen – und der fc will ihn

Cenk Özkacar stand vor den Mikrofonen im Geißbockheim und sprach das aus, was viele FC-Fans seit Wochen denken: Er will bleiben. Kein „wir schauen mal“, kein „wenn es passt“. Ein klares „Ich will auf jeden Fall hierbleiben“. Nach fünf Startelf-Einsätzen in Serie hat sich der 25-Jährige vom Notnagel zur Konstanten gemausert – und jetzt fordert er das Mikro, nicht seinen Berater.

Valencia? nur noch ein name im pass

Offiziell läuft der Leihvertrag bis Juni, dann kehrt er zum FC Valencia zurück. Doch das klingt inzwischen wie ein Verwaltungsvorgang, den niemand ernst meint. Seine Frau fühlt sich wohl, er selbst redet wie ein Kölner Jung, und Lukas Kwasniok schwärmt von „einer Maschine vor dem Herrn“. Wenn das keine Kampfansage an die Klubbosse ist.

Der Trainer hatte ihn zu Saisonbeginn noch mit leiser Ironie bedacht: „Wenn er beginnt, hat er halt Ganzkörperkrämpfe.“ Jetzt? Kwasniok erzählt vor laufender Kamera, wie Neid auf der Trainingswiese entsteht, sobald Özkacar das T-Shirt auszieht. Ein Muskelpaket mit Herz, das zwischen Lyon, Valencia und Valladolid nie Fuß fassen konnte – aber jetzt im Rhein-Energie-Stadon auf einmal den Platz verlässt, als hätte er ihn gemietet.

Zwei punkte vorsprung – und ein türkischer abwehrchef als lebensversicherung

Zwei punkte vorsprung – und ein türkischer abwehrchef als lebensversicherung

Am Samstag kommt Borussia Dortmund. Der FC hat zwei Punkte Luft auf den Relegationsplatz, zwei Siege aus 15 Spielen. Özkacar wird wieder in der Mitte stehen, wieder der erste sein, der sich in jeden Zweikampf wirft, und vielleicht der letzte, der die Kabine verlässt. Die Zahlen sind schonungslos: Ohne ihn sieht die Abwehr aus wie ein Schweizer Käse – mit ihm klappt sogar ein 0:2 in Augsburg, weil wenigstens kein dritter Gegentreffer fällt.

Der Klub signalisiert Gesprächsbereitschaft, die Agentur von Özkacar schweigt geschickt. Die Leihe kostete keine Ablöse, eine feste Verpflichtung würde laut Transfermarkt wohl unter fünf Millionen liegen – für einen 25-jährigen Innenverteidiger mit 8 Länderspielen und 1,92 m Größe ein Schnäppchen, das sich selbst ein Aufsteiger leisten kann. Die Frage ist nicht mehr, ob der FC zuschlägt, sondern wann er das letzte Formalie unterschreibt.

Özkacar selbst macht kein Geheimnis daraus, dass er Gras fressen würde, wenn es der Trainer verlangt. In Köln hat er endlich das gefunden, was ihm in Spanien und Frankreich fehlte: ein Zuhause, das ihn nicht nach Leistung frägt, sondern nach Vornamen. Cenk – kein Projekt mehr, sondern ein Gesicht im Müngersdorfer Block. Wenn er am Samstag den Dortmunder Sturm runterpflügt, steht nicht nur der FC eine Runde früher im Trockenen, sondern auch ein Leihspieler, der nie wieder zurück will.