Chemie leipzig rettet sich in zwei minuten aus der krise – chemnitz stolpert

Zwei Schläge, zwei Minuten, ein Sieg. Die BSG Chemie Leipzig hat im Abstiegskampf der Regionalliga Nordost mit einem späten Doppelschlag den Chemnitzer FC niedergestochen und den ersten Erfolg unter Trainer Alexander Schmidt geschrieben. Das 2:1 (0:1) am Mittwochabend war kein Fußballfest, aber ein Fanal: Die Grün-Weißen leben.

Das eigentor, das niemandem etwas nützte

Elf Minuten war gespielt, als Maurizio Grimaldi die Flanke schlug und Julian Bell das 0:1 mit dem Rücken erzielte. Ein Eigentor, ein Schock – und doch nur die logische Folge eines Starts, in dem Chemnitz alles richtig machte und Chemie alles falsch. Die Himmelblauen pressten, die Hausherren stolperten. 4.999 Zuschauer im Alfred-Kunze-Sportpark schauten in Röhre, die Lautsprecher spielten „I will survive“, das Stadion fragte sich nur: Wird es das auch?

Die Antwort ließ 74 Minuten auf sich warten. Tom Baumgart sah Gelb-Rot, weil er gegen Seidemann das Behm stellte – ein unnötiges Foul, das den Kipppunkt markierte. Mit einem Mann mehr suchte Chemie den Weg nach vorne, fand ihn aber erst in Minute 85, als Stanley Ratifo den Penalty rausholte und eiskalt versenkte. Zwei Minuten später schlug Rudolf Sanin aus 20 Metern ein. 2:1. Der Platz war ein Kessel, die Tribüne ein einziges Brüllen.

Die tabelle lügt nie – und leipzig hat wieder hoffnung

Die tabelle lügt nie – und leipzig hat wieder hoffnung

Mit dem Sieg springt Chemie auf Platz 16 und distanziert den direkten Konkurrenten CFC auf drei Punkte. Für Chemnitz bedeutet die Niederlage das Aus im Aufstiegsrennen und eine kalte Dusche nach drei Erfolgen in Serie. Für Leipzig ist es der erste Dreier seit dem 17. November – und ein Geschenk an die eigene Seele. „Wir haben gezeigt, dass wir auch in der Schlussphase nochmal zustoßen können“, sagte Schmidt nach dem Spiel. Die Fans sangen bis in die Nacht hinein.

Am Sonntag geht’s nach Babelsberg. Die Rechnung ist einfach: Wer zwei Mal so kämpft, bleibt in der Liga. Die Chemie hat wieder Dampf. Und Leipzig atmet durch.