Celtic blitzt rangers im pokal-kracher – randale überschattet den sieg
Elf-Meter-Drama, Platzsturm, brennende Bengalos: Celtic Glasgow hat die Rangers im Viertelfinale des Scottish FA Cup ausgeschaltet, doch das 4:2 im Elfmeterschießen stand nur Sekunden später im Schatten einer erneuten Randale der „Old Firm“.
Nach dem 0:0 über 120 Minuten war Joe Hart der Held zwischen den Pfosten, parierte zweimal, während James Forrest den entscheidenden Penalty versenkte. Doch kaum war der Ball im Netz, rissen Celtic-Anhänger die Absperrungen nieder und stürmten den Rasen des Ibrox Park. Die Antwort der Rangers-Fans folgte auf dem Fuß: Pyrotechnik flog in beide Richtungen, Polizeipferde galoppierten auf den Kunstrasen, 17 Festnahmen, vier Verletzte – die Bilanz eines Abends, der das erste Pflichtspiel mit komplettem Auswärtskontingent seit zehn Jahren jäh in eine Rauchwolke hüllte.
Choreografie der gewalt: so lief die eskalation ab
Die Sicherheitslage war von Anfang an angespannt. Erst am Wochenende hatte die SPFL die Teilnahme von 3 000 Celtic-Fans genehmigt – eine Geste des Vertrauens nach Jahren der Restriktionen. Doch als Schiedsrichter Willie Collum den Endpfiff ertönte, brach genau dieser Zuschauerblock zusammen. Jubelnde Celtic-Ultras überrannten die erste Wachlinie, einige bis zur Mittellinie. Rangers-Hooligans nutzten die Lücke, stürmten ihrerseits den Gästeblock, darunter bekannte Gesichter aus der Union Bears-Fankurve. Die Polizei Schottlands Einsatzkommando „Commander West“ sprach später von „koordinierten Angriffen auf Beamte“.
Loch in der Kasse: Der Schotten-Fußballverband SFA kündigte umgehend ein Disziplinarverfahren an. Die Geldstrafe dürfte in sechsstelliger Höhe liegen, dazu drohen dem Rangers-Betreiber Stewart Robertson Parteien mit Geisterspielen. Celtic-Manager Brendan Rodgers reagierte sichtlich angeschlagen: „Wir wollten Fußball feiern, stattdessen redet wieder jemand über Schande.“

Die bilanz nach fünf derbys in einer saison
Das war bereits das fünfte Aufeinandertreffen in dieser Spielzeit – drei Ligapartien, ein League-Cup-Viertelfinale und nun das Pokal-Duell. Celtic gewann drei, zwei endeten mit Siegen für die Rangers. Der Punkteschnitt? 2,2 Tore pro Spiel, 14 Gelbe Karten, drei Platzverweise und zwei Spielabbrüche in den vergangenen fünf Jahren. Die Zahlen sind keine Statistik, sie sind ein Spiegelbild einer Rivalität, die sich jenseits des Rasens entlädt.
Am Horizont ragt bereits das nächste Problem: Sollten beide Teams ihre Viertelfinal-Partien am Wochenende gewinnen, winkt im Halbfinale ein sechstes „Old Firm“ innerhalb von acht Monaten. Die SFA prüft, das Spiel ins neutrale Hampden Park zu verlegen – ohne Zuschauer aus Glasgow. Die Logik ist simpel: Keine Fans, keine Randale. Die Realität brutaler: Ein Derby ohne Kulisse ist ein Schlag ins Gesicht derer, die sich benehmen. Doch die Mehrheit zahlt für die Gewalt der Minderheit.
Celtic reist mit einem Halbfinale-Ticket, das nach 120 Minuten Leerlauf und 120 Dezibel Hass gebucht wurde. Die Trophäe rückt näher, aber die Wunden der Stadt klaffen weiter. Glasgow atmet durch – bis zum nächsten Mal.
