Caruso: "deutschland könnte uns noch etwas beibringen"

Arianna Caruso, das italienische Ausnahmetalent, hat nach dem überzeugenden 6:0-Sieg gegen Serbien ihre Ambitionen und die Zukunft des italienischen Frauenfußballs klargestellt. Im Exklusivinterview spricht sie über die bevorstehende Herausforderung gegen Dänemark, ihre Erfahrungen beim FC Bayern München und die Hoffnung auf eine gemeinsame Qualifikation für die Weltmeisterschaft mit der italienischen Nationalmannschaft.

Verantwortung und die zukunft des frauenfußballs

Caruso betont die große Verantwortung, die auf ihrer Mannschaft lastet. "Wir Mädchen unterstützen unsere männlichen Kollegen täglich," erklärt sie, "und ihr Scheitern war auch für uns eine Niederlage." Doch sie möchte nicht, dass der Erfolg der Frauenmannschaft nur im Kontrast zum Misserfolg der Männer wahrgenommen wird. "Ich hoffe, dass wir bald gemeinsam eine Qualifikation feiern können." Ihr Traum ist eine Zukunft, in der eine Frau an der Spitze des Herrenfußballs keine Sensation mehr ist: "Ich wünsche mir, dass es zur Normalität wird."

Der sieg gegen serbien und die neue perspektive

Der sieg gegen serbien und die neue perspektive

Der deutliche Sieg gegen Serbien markiert einen Neuanfang für die italienische Nationalmannschaft. "Es war ein neuer Startpunkt, nicht das Ende," so Caruso. Die Tore fielen nicht nur durch erfahrene Spielerinnen, sondern auch durch junge Talente, die nun im Ausland ihre Erfahrungen sammeln. "Ich denke nicht, dass es eine Rolle spielt, in welcher Liga man spielt. Wir sind eine Mannschaft auf hohem Niveau und alle sind wichtig." Die Atmosphäre im Spind nach dem Spiel war überschwänglich, doch die Spielerinnen richteten ihre Gedanken schnell auf die anstehende Partie gegen Dänemark.

Das leben in münchen und die deutsche liga

Das leben in münchen und die deutsche liga

Seit ihrem Wechsel zum FC Bayern München hat sich Caruso an die höhere Intensität des deutschen Fußballs angepasst. "Ich habe mich reingehängt, als es nicht einfach war, und kann heute sagen: 'Ich habe es geschafft.'" Die deutsche Liga sei eine Mischung aus dem englischen und spanischen Fußball: "Die Spielzeiten sind anders, man hat weniger Zeit zum Nachdenken. Wenn man zögert, verliert man den Ball." Sie ist beeindruckt von der Bedeutung, die der FC Bayern dem Erholungsprozess beimisst und wünscht sich, dass auch in Italien mehr Wert auf die mentale Erholung der Spielerinnen gelegt wird.

Erinnerungen an die anfänge und zukunftspläne

Erinnerungen an die anfänge und zukunftspläne

Caruso blickt mit Stolz auf ihre Anfänge beim Ostiamare zurück, wo sie als einzige Spielerin in einem Jungenmannschaft spielte. "Das erste Zertifikat, das ich dort unterschrieben habe, werde ich nie vergessen." Ihr Traum ist es, eines Tages als Trainerin auf der Bank zu sitzen. "Ich studiere im Juli Sportwissenschaften, weil ich mir vorstellen kann, eines Tages eine Mannschaft zu trainieren." Dabei ist sie sich bewusst, dass die Stabilität in diesem Beruf oft fehlt, und plant daher bereits jetzt ihre berufliche Zukunft.

Mit einem Lächeln erinnert sich Caruso an ihre Kindheit, als ihr Vater sie stets zum Balltreiben animierte, selbst während eines Tankstopps. Ihre Eltern und ihre Schwester sind ihr stets eine Stütze gewesen und haben ihren Weg unterstützt. Die italienische Nationalspielerin und Bayern-Star, die mit 25 Jahren bereits so viel erreicht hat, blickt entschlossen in die Zukunft und will mit ihrer Mannschaft Geschichte schreiben.