Carls comeback: dopingsperre abläuft, rückkehr in den weltcup möglich!

Ein dunkles Kapitel im Leben von Victoria Carl geht dem Ende zu. Nach über einem Jahr der Ungewissheit und der Suspendierung hat das unabhängige Deutsche Schiedsgericht die Dopingsperre der Skilanglauf-Olympiasiegerin auf 18 Monate festgelegt – eine Entscheidung, die Carl und den Deutschen Skiverband (DSV) Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in den internationalen Sportkreis gibt.

Die hintergründe des falls carl

Im März 2025, kurz nach dem Ende der Weltcup-Saison, die Carl als Gesamtzweite abgeschlossen hatte, führte eine Kontrolle in Luzern zu einem positiven Befund auf Clenbuterol. Das eigentlich verordnete Hustenmittel Mucosolvan war fälschlicherweise durch Spasmo Mucosolvan ersetzt worden, ein Kombinationspräparat, das neben Ambroxol auch Clenbuterol enthält – ein Wirkstoff, der in der Tierhaltung zur Leistungssteigerung eingesetzt wird und bereits in der Vergangenheit für Kontroversen gesorgt hat, wie der Fall Katrin Krabbe eindrucksvoll beweist.

Der DSV widersprach von Anfang an der Einschätzung der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), die eine Zwei-Jahres-Sperre gefordert hatte. „Die Sportlerin trifft keinerlei Schuld“, betonte der Verband bereits damals. Die Entscheidung des Schiedsgerichts, die Sperre auf 18 Monate zu verkürzen, wird nun vom DSV als nachvollziehbar und ausgewogen gewertet. „Wir bewerten den Schiedsspruch als nachvollziehbar und insgesamt ausgewogen. Positiv ist insbesondere die Feststellung eines nicht signifikanten Verschuldens und die damit verbundene Reduzierung der Sperre“, so DSV-Vorstand Stefan Schwarzbach.

Schlickenrieders einschätzung: „wir können zufrieden sein“

Schlickenrieders einschätzung: „wir können zufrieden sein“

Bundestrainer Peter Schlickenrieder äußerte sich ebenfalls erleichtert über das Urteil: „Für die Vici ist das eine harte Zeit, deren Ende jetzt aber absehbar ist. Das ist das Wichtigste.“ Er zeigte sich zudem zufrieden mit der Entscheidung des Schiedsgerichts und verglich den Fall mit dem von Therese Johaug, die 2016 ebenfalls wegen der Verwendung eines Lippenbalsams mit Clostebol eine 18-monatige Sperre erhalten hatte.

Die Möglichkeit einer Rückkehr in den Weltcup zur kommenden Saison ist nun realistisch. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Sowohl Victoria Carl als auch die NADA, die FIS und der CISM können Rechtsbehelf beim Internationalen Sportgericht (CAS) einlegen. Bis dahin gilt: Die „Vici-Welt“ scheint wieder etwas heller zu werden. „Es muss auch mal gut sein“, kommentierte Schlickenrieder die aktuelle Situation.