Can uzun: macht sich der eintracht-star zum gespött?

Frankfurt bangt um Can Uzun. Der junge Offensivspieler, dessen Torjägerqualitäten zu Saisonbeginn für Furore sorgten, schmorte am Sonntag beim 2:2 gegen Köln ungewöhnlich lange auf der Bank. Coach Albert Riera deutete an, dass Uzuns Defensivarbeit nicht den Ansprachen genügt. Eine Zurechtweisung oder der Beginn eines dramatischen Abschieds?

Die schlagzeilen überschlagen sich

Die Medien stürzten sich sofort auf die Thematik. „Politikum Can Uzun“, titelte die Frankfurter Rundschau, während Sport Bild von einem „eintracht-Topstar“ sprach, der möglicherweise vor Riera flieht. Gazete Futbol warnte vor einem „Pulverfass“ und Focus Online nannte es „seltsame Ansagen“, die Frankfurt-Coach Riera vergraulen könnten. Doch was steckt wirklich hinter dieser Aufregung?

Riera fordert „komplette spieler“

Riera fordert „komplette spieler“

Albert Riera ließ wenig auf sich warten. Nach dem Spiel erklärte er, dass Uzun „weiß, was er mit dem Ball und ohne den Ball zu tun hat“ und dass er dem Team „nicht Albert, dem Team“ diese Leistungen geben müsse. Seine Worte waren eindeutig: „Wenn du unter Albert ohne den Ball nicht gut bist, wirst du nicht spielen. Da bin ich sehr klar. Ich will komplette Spieler.“ Eine klare Ansage, die auch Mario Götze, der überraschend nicht im Kader stand, betraf.

Die Vorgeschichte ist entscheidend: Bereits beim Auswärtsspiel in Mainz ließ Uzun nach seiner Einwechslung Defizite in der Defensive erkennen. Seine Passivität vor Beckers Pfostentreffer und in der Entstehung des 1:2 stießen beim neuen Trainer offensichtlich auf Ablehnung. Es geht nicht um eine „Wohlfühloase“, wie einst Vorstandssprecher Axel Hellmann sie kritisierte, sondern um die konsequente Umsetzung der defensiven Anforderungen, die bereits unter Vorgänger Dino Toppmöller thematisiert wurden.

Krösche hatte bereits gewarnt

Krösche hatte bereits gewarnt

Sportvorstand Markus Krösche hatte im September 2023 bereits betont: „Can hat herausragende Fähigkeiten. Wir haben ihm aber auch gesagt, dass er die Themen gegen den Ball noch konsequenter umsetzen muss, weil er dann nicht nur viele Spiele machen, sondern auch Tore und Assists beisteuern wird.“ Seine Fortschritte im Defensivspiel seien dabei „sehr wichtig“.

Ob sich Uzun diesen Ansprachen nun stellt, bleibt abzuwarten. Die Trainingswoche wird entscheidend sein. Er muss zeigen, dass er die Kritik ernst nimmt und sich verbessert. Andernfalls könnte der Traum von einer langfristigen Karriere in Frankfurt jäh enden. Die Gerüchte um eine vorzeitige Trennung im Sommer sind da, und sie sind nicht unbegründet.

Die Entscheidung, Ritsu Doan weiterhin im Zentrum einzusetzen, wirkt angesichts seiner offensichtlichen Unbehagen in dieser Rolle fragwürdig. Sollte Riera dies ebenfalls erkennen, könnte Uzun im offensiven Mittelfeld eine Chance erhalten. Doch das ist nur dann realistisch, wenn er seine Trainingsleistungen deutlich aufwertet und seine Defensivarbeit in den Vordergrund stellt. Denn eines ist klar: In der Bundesliga gibt es kein Durchkommen für Spieler, die nicht bereit sind, hart zu arbeiten – egal wie talentiert sie auch sein mögen.