Uzun-debatte: riera stellt klare bedingungen für eintracht-star

Frankfurt bangt um Can Uzun. Nach seiner überraschenden Ausbootung beim 2:2 gegen Köln drohen dem 20-Jährigen nicht nur Gerüchte über einen Abschied im Sommer, sondern auch ernsthafte Zweifel an seiner Rolle im Team von Albert Riera. Die Schlagzeilen überschlagen sich: „Politikum Can Uzun“, „Zoff um Can Uzun: Wird der Eintracht-Star zum Pulverfass?“ – der Druck auf den Youngster ist immens.

Riera: „komplette spieler“ sind gefragt

Die Ursache für die Aufregung liegt in einer knappen, aber deutlichen Aussage des Trainers nach dem Spiel. Riera forderte, dass seine Spieler nicht nur mit dem Ball, sondern auch ohne Ball arbeiten. „Er weiß, was er mit dem Ball und ohne den Ball zu tun hat. Wenn er das dem Team gibt – nicht Albert, dem Team – wird er spielen“, so der Coach. Eine klare Ansage, die offenbar auch Uzun hart getroffen hat, wie die Bild-Zeitung berichtet.

Doch was steckt wirklich dahinter? Die Wahrheit ist, dass Riera von Beginn an eine neue Disziplin in die Mannschaft bringen wollte. Bereits im Januar deutete Adam Delius, Präsident von Rieras Ex-Klub Olimpija Ljubljana, an, dass Riera „die Stürmer auch in Frankfurt sehr, sehr schnell lernen müssen, dass sie extrem in der Verteidigung mitarbeiten müssen.“ Die „Wohlfühloase“, wie sie der Vorstandssprecher Axel Hellmann einst beschrieb, sollte abgebaut werden.

Mainz-pleite und fehlende aggressivität

Mainz-pleite und fehlende aggressivität

Der Katalysator für Rieras Entscheidung könnte das Auswärtsspiel in Mainz gewesen sein. Uzun, der in der 79. Minute eingewechselt wurde, wirkte in der Defensive unbeteiligt. Beim Treffer zum 1:2 ließ er den Mainzer Spielmacher Sano ungestört agieren. Das kann Riera nicht gefallen haben. Seine Forderung nach Defensivarbeit ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.

Es ist richtig, dass Uzun in der Hinrunde und während der Vorbereitung Fortschritte im Defensivverhalten gezeigt hatte. Sportvorstand Markus Krösche lobte damals seine „ganz andere Aggressivität gegen den Ball“. Doch offenbar hat sich diese Entwicklung verlangsamt. Und Riera scheint wenig Spielraum für Nachlässigkeiten zu gewähren.

Obwohl die Trainingswoche entscheidend sein wird, muss Uzun jetzt zeigen, dass er die hohen Ansprüche des neuen Trainers erfüllen kann. Sonst droht ihm tatsächlich ein vorzeitiger Abschied im Sommer. Die Frage ist, ob er diesen Druck verkraftet und seine Qualitäten auch gegen den Ball unter Beweis stellt. Denn eines ist klar: In Rieras System wird es keine Ausnahmen geben.

Götzes Leistung nach seiner Einwechslung in Köln – ein einfacher Ballverlust, der zum Gegentor führte – dürfte Riera zusätzlich bestärkt haben. Der Youngster muss sich jetzt beweisen, um seine Chance zu nutzen.