Camavinga packt aus: arbeloa verteilt donuts und vinicius baut neuzugängen auf
Eduardo Camavinga lüftet den Vorhang. Während andere in der US-Tour von Frankreich nur Trainingsspiele bestreiten, erzählt der 21-Jährige im ESPN-Gespräch, wie der Real Madrid-Alltag wirklich tickt – und warum Álvaro Arbeloa plötzlich mit Zuckerwaren durchs Valdebebas-Turnier stapft.
Arbeloa, der ancelotti-klon mit süßwarenkoffer
„Er spricht mit jedem Einzelnen, gibt uns Freiheit und bringt nach dem Training Donuts, Speculoos, Oreo“, sagt Camavinga. Der Franzose lacht, aber er meint es ernst: „Happy players, happy feet.“ Die Psychologie dahinter ist simpel – und wirkungsvoll. Seit Arbeloa als Co-Trainer zurück ist, fühlt sich die Mittelfeld-Rotation weniger wie Schulstunde, mehr wie Playstation-Party.
Die Zahlen untermauern den Plausch: In den letzten 15 Pflichtspielen hat Madrid 38 Tore geschossen, elf davon nach Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte – Camavinga war an sieben direkt beteiligt. „Wenn wir zusammenstehen, geht die Uhr schneller“, sagt er. „Kein Kroos, kein Casemiro, aber dafür Dynamit in den Waden.“

Vinicius: laut, bunt, unterschätzt
Um Vinicius Junior macht Camavinga eine runde Bewegung mit der Hand, als würde er eine imaginäre Schallmauer durchbrechen. „Die Leute sehen nur das Gekreische, nicht die 30 Minuten, die er vorher mit dem Neuzugang quatscht.“ Beispiel: Endrick. Seit dessen Ankunft teilt Vinicius nicht nur WhatsApp-Gruppen, sondern auch PlayStation-Controller. „In Brasilien oder hier in den USA ist seine Art normal. Europa tickt da strenger“, erklärt Camavinga. „Aber Fußball ist ein Spiel, kein Gerichtsverfahren.“
Die Statistik stützt ihn: Nach Vinicius-Toren liegt Madrids Punkteschnitt bei 2,4 – ohne nur 1,9. „Wenn er tanzt, tanzen wir alle“, sagt der Franzose.

Champions-league-modus: „wir wissen nicht, warum, aber wir wachsen“
Camavinga kneift die Augen zusammen, als würde er die Hymne bereits hören. „Die Musik kommt, und plötzlich sind wir größer.“ Er redet vom Stadtderby gegen Manchester City, wo Madrid 30 % weniger Ballbesitz hatte, aber 47 % mehr Zweikampfquoten. „Wir haben gelernt, gemeinsam zu leiden und dann zuzuschlagen. Wenn ich jemanden muss, dann muss ich ihn – er oder ich.“
Dabei bleibt die Erkenntnis: Madrid ist noch im Bau. „Wir sind jung, verstehen uns blind, aber müssen trotzdem jeden Tag liefern. Sonst wird der Klub dich austauschen, bevor du ‘Hala’ sagen kannst.“
Sein persönlicher Plan: mehr als 35 Parteiten in dieser Saison. „Ich will nicht nur Einwechsel-As, ich will 90-Minuten-Motor.“ Bis dahin hilft eben ein Oreo zwischendurch. Und wenn Arbeloa morgen mit Pizza kommt? „Dann essen wir eben Pizza. Hauptsache, wir gewinnen.“
