Cafu kritisiert rom: 'zu viele streitereien! spieler brauchen ruhe'
Madrid – Die Fußballwelt staunt: Brasilien-Legende Cafu hat scharfe Kritik an der Situation in Rom geäußert. Bei den Laureus Awards in Madrid ließ der ehemalige Kapitän der Seleção seine Verärgerung über die internen Querelen beim AS Roma verlauten, die seiner Meinung nach die Spieler unnötig belasten. Ein ungewöhnlicher Ausbruch eines Mannes, der ansonsten für seine diplomatische Art bekannt ist.
Gasperini und ranieri: ein unnötiger konflikt
Die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Trainer Gian Piero Gasperini und seinem Vorgänger Claudio Ranieri scheinen Cafu besonders zu missfallen. „Caspita!“, soll er bei der Veranstaltung gesagt haben, ein Ausdruck des Erstaunens. „Im Fußball ist es so schön, wenn man sich auf das Spielfeld konzentriert. Diese Streitereien gefallen mir nicht!“, betonte Cafu, der offenbar enttäuscht ist, dass die Verantwortlichen keine Atmosphäre der Ruhe und Stabilität geschaffen haben.
Der Brasilianer sieht die Chance für eine Wende: „Gasperini leistet hervorragende Arbeit. Es gibt in jedem Team Probleme, aber seine erste Saison war bemerkenswert. Ich hoffe, dass er das Team im nächsten Jahr wieder zum Titelrennen führen kann.“ Auch wenn die Lage angespannt ist, glaubt Cafu, dass die Roma noch eine Chance auf die Champions League hat. „Es sind noch Spiele zu spielen. Fünf Punkte Rückstand bei 15 möglichen Punkten sind aufholbar.“

Milan und inter: eine machtverschiebung im kalcio
Während er der Roma Mut zuspricht, zeigt sich Cafu bei der Einschätzung der Titelverhältnisse eindeutig: „Die Inter ist zurück an der Spitze und wird die Meisterschaft holen. Der Milan ist solide und hat eine klare Strategie. Ich bin mit Gattuso befreundet und hoffe, dass er in der kommenden Saison ebenfalls in die Champions League einzieht.“ Er lobt die Arbeit von Simone Inzaghi: „Chivu macht einen fantastischen Job. Er hat eine großartige Mannschaft aufgebaut, und ich hoffe, dass er auch in der Champions League wieder erfolgreich sein kann.“
Doch die Probleme der italienischen Nationalmannschaft beschäftigen Cafu am meisten. „Ich bin ein großer Freund von Rino (Gattuso) und ein Liebhaber des italienischen Fußballs. Es ist schmerzhaft zu sehen, dass die Azzurri erneut bei einer Weltmeisterschaft fehlen. Es muss sich etwas ändern.“ Er sieht das Potenzial in den italienischen Vereinen und Spielern, kritisiert aber die fehlende Mentalität und den enormen Druck, der auf die Nationalmannschaft lastet. „Es ist schwer für mich, als Außenstehender, stell dir vor für die Italiener selbst.“
Die Diskussion über die hohe Anzahl an ausländischen Spielern in der Serie A lässt Cafu jedoch kalt. „Das ist nicht das Problem. Schau dir die Premier League an – auch dort gibt es viele Ausländer, und trotzdem qualifizieren sich englische Teams für die Weltmeisterschaft. Es ist ein Problem der Struktur.“

Ancelotti und der traum vom hexa
Sollte Ancelotti mit Brasilien die Weltmeisterschaft gewinnen, möchte Cafu ihn nicht ziehen lassen: „Nein, nein, Carlo soll bei uns bleiben! Rio, Strand, Karneval… Mister, geh nicht!“ Er glaubt fest an die brasilianische Mannschaft und ist zuversichtlich, dass sie das Turnier gewinnen können. „Wir haben Erfahrung und einen großartigen Trainer. Ancelotti muss seine Mannschaft finden, aber da oben sind wir stark. Wenn wir unsere Defensive stabilisieren, können wir den Titel holen. Wir machen sicher ein Tor pro Spiel – wenn wir nicht kassieren, sind wir auf dem richtigen Weg.“
Auch die Leistungen von Vinícius Júnior bereiten Cafu keine Sorgen. „Er ist ein großartiger Spieler. Er muss einfach nur Fußball spielen und alles andere vergessen. Junge Spieler haben es heute schwerer, sich abzuschirmen. Wenn sie das schaffen, sind sie Weltklasse. Die Weltmeisterschaft ist die perfekte Chance für ihn, sein Können zu zeigen.“
Die Serie A möge ihre Probleme haben, aber Cafu sieht weiterhin viel Qualität in den italienischen Mannschaften. Die Zukunft der Azzurri bleibt jedoch ungewiss – eine Herausforderung, die den brasilianischen Fußballer tief bewegt.
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