Caf zieht senegal den afrika-cup-titel ab – marokko jetzt offiziell champion

Sieben Wochen nach dem Skandal-Finale von Rabat hat der afrikanische Fußballverband die Pistole gezogen: Der Afrika-Cup 2025 geht nicht an Senegal, sondern an Marokko. Das Berufungsgremium der CAF wertete das von Tumulten überschattete Endspiel am Dienstag nachträglich mit 3:0 für die Atlaslöwen – ein juristischer K.-O. für die Teranga-Löwen.

Der abpfiff, der alles auslöste

Der Knackpunkt liegt 20 Minuten in der Luft. Nach einer umstrittenen Elfmeterentscheidung für Marokko in der 118. Minute schickte Senegals Trainer Pape Thiaw seine Spieler in die Kabine. Die Fans tobten, Sicherheitskräfte formierten eine Menschenkette am Spielfeldrand. Als Brahim Díaz endlich anlaufen durfte, chippte er halbherzig in die Arme von Edouard Mendy – ein Symbolschlag für ein Finale, das längst die Kontrolle verloren hatte.

Die CAF ließ nicht lange rätseln. Artikel 84 des Regelwerks erlaubt die nachträgliche Wertung bei „unsportlichem Verhalten“, und genau das attestierten die Juristen dem Senegal. Die Spielverweigerung sei ein „klarer Regelbruch“, die Fans randalierten „mit Billigung des Staffs“. Das 2:1 nach Verlängerung für Senegal? Makulatur.

Marokkos triumph rückwirkend – doch die trophäe bleibt leer

Marokkos triumph rückwirkend – doch die trophäe bleibt leer

König Mohammed VI. ließ sofort durchs state media verkünden, die Mannschaft erhalte „die höchste zivile Auszeichnung des Landes“. Doch selbst der marokkanische Verband gestand ein, dass der nachträgliche Titel „nicht den gleichen Geschmack hat wie ein Sieger-Tor in der 120. Minute“. Die Spieler feierten per Zoom-Call – einige standen gerade beim Stretching im Trainingslager.

Für Senegal folgt der nächste Schlag: Trainer Thiaw wurde für zwölf Monate gesperrt, die FA zahlt 500.000 Dollar Strafe. Sadio Mané reagierte auf Instagram mit einem schwarzen Bild, dazu das Wort „Verrat“ – keine Erklärung, nur der Stempel der Empörung.

Die Trophäe selbst steht derzeit im CAF-Hauptquartier Kairo. Ein Datum für die Übergabe an Marokko steht noch nicht fest. Offiziell heißt es, man wolle „die Integrität des Wettbewerbs wahren“. Inoffiziell flüstert man, dass kein Beamte Lust hat, das silberne Geschirr durch Rabat zu tragen, wo die Erinnerung an brennende Reifen noch frisch ist.

Die Bilanz bleibt verrückt: ein Finale ohne Siegerfeier, ein Champion ohne Finalsieg, ein Kontinent, der am Ende nur eins weiß – der Afrika-Cup 2025 wird für immer mit einem Asterisk in den Geschichtsbüchern stehen.