Bvb-frauen zittern ins finale und wollen alten pokal zurück nach dortmund holen

Stuttgart – 60 Minuten lang war nichts zu hören außer Kreischen, Pfiff und dem dumpfen Aufprall von Handball auf Holz. Am Ende stand ein 35:32 für Borussia Dortmund gegen die HSG Blomberg-Lippe, ein Finaleinzug, der sich anfühlte wie ein K.o.-Sieg. „Wir haben gekämpft, aber wir haben es nicht gedreht“, sagte Nieke Kühne mit tränenfeuchten Augen. Ihre Gegenspielerin Lara Egeling hatte Sekunden zuvor noch einmal zugepackt: sechs Treffer, jeder ein Nackenschlag.

Hsg bensheim/auerbach ringt thüringer hc nieder

Die andere Halbfinale ließ die Herzkammer der Flames ebenfalls auf Höchsttouren laufen. 31:31 nach 60 Minuten, 36:34 nach Siebenmetern. Lucie-Marie Kretzschmar, Beachhandball-Weltmeisterin und eigentlich keine Siebenmeterschützin, schoss den 34:33 ins Netz – und war danach so leer wie die Thüringer Bank. „Ich hab gesagt: Ich kann nicht werfen. Die Mädels haben gesagt: Nimm deine Eier in die Hand. Also hab ich’s getan.“

Damit steht das Finale fest: Borussia Dortmund gegen HSG Bensheim/Auerbach, 16:15 Uhr live auf Dyn und Sportdeutschland.TV. Ein Duell mit Geschichte: Der BVB hat die Trophäe nur einmal geholt – 1997. Bensheim/Auerbach jagt den ersten Titel überhaupt. Und die Liga? Die hat Dortmund bisher dominiert – bis auf eine Niederlage. Gegen Bensheim. Im November. 24:25.

Alina grijseels schielt auf revanche

Alina grijseels schielt auf revanche

„Wir haben da noch was gutzumachen“, sagt Alina Grijseels mit diesem verschmitzten Lächeln, das Spielmacherinnen eigen ist. Ihr Blick wandert kurz zum Pokal, der hinter der Bande glänzt. „Dafür ist heute der richtige Zeitpunkt.“ Kelly Vollebregt nickt nur. Die Rechtsaußen hat schon in Amsterdam gepokert, aber das Gelb-Schwarz auf dem Kleidungsstück ist neu. „Ich will den Pokal morgen mit nach Hause nehmen – und nicht nur zum Fotografieren.“

Die Zahlen sprechen für Spannung: Fünf Dortmunder Finalteilnahmen, nur ein Sieg. Vier Finalteilnahmen für Bensheim, kein Sieg. Irgendeine Serie wird heute enden. Die 5.000 Zuschauer in der Porsche-Arena werden mitkriegen, wie eine Saison voller Überraschungen ihre finale Zuspitzung findet. Und die, die nicht live dabei sind, können sich einfach einschalten – Dyn oder Sportdeutschland.TV, 16:15 Uhr. Ein Klick, und das Finale steht offen.

Am Ende bleibt eine Gewissheit: Eine Mannschaft wird Geschichte schreiben. Die andere wird mit leeren Händen und voller Stolz nach Hause fahren. Für Dortmund wäre es der erste Pokal seit 27 Jahren. Für Bensheim der erste überhaupt. Die Uhr tickt. Die Bälle liegen bereit. Und irgendwo zwischen Tribüne und Spielfeld wartet ein Pokal darauf, endlich wieder abgestaubt zu werden.