Burkardt vor emotional mainz-comeback – riera lässt startelf offen

Jonathan Burkardt steht vor seinem ersten Duell gegen den FSV Mainz 05 – und Eintracht-Trainer Albert Riera behält sich ein Machtwort vor. Der Stürmer, der im Sommer für 12 Millionen Euro den Rhein abwärts gen Frankfurt wechselte, könnte am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) auf der Bank landen. „Name, Pass, Alter oder Schönheit – das ist alles egal“, sagt Riera mit kantigem Unterton. „Ich frage nur: Welcher Typ Spieler braucht mein Plan?“

Riera verweigert garantie trotz heimspiel-ruf

Die Aussage ist ein Seitenhieg gegen die Romantik. Burkardt ist in Mainz kein Ex-Profi, er ist der verlorene Sohn, Torschützenkönig der U19, Idoleinsatz in 113 Bundesliga-Partien. Doch Riera schert sich nicht um Storys. Gegen Heidenheim saß Burkardt 80 Minuten draußen, kam, sah, traf nicht. Nun droht er erneut, Außenseiter zu bleiben – in jenem Stadion, das ihn einst feierte.

Die Personalie ist nur ein Teil des Rätsels. Can Uun und Younes Ebnoutalib kehren nach monatelanger Verletzungspause zurück, könnten sofort spielen. Kapitän Robin Koch fehlt gelb-rot-gesperrt. Die Kaderdecke ist dünn, der Erwartungsdruck riesig. Seit Rieras Amtsantritt Mitte Februar holte die Eintracht sieben Punkte aus fünf Spielen – zu wenig für die Europa-League-Träume, die die Fans hegen.

„Wir sind keine mannschaft voller maradonas“

„Wir sind keine mannschaft voller maradonas“

Riera wirkt angespannt, aber ehrlich. „Wir können nicht fliegen. Wir wissen, wer wir sind“, sagt er und schlägt damit dem Verlangen nach Schnellschuss-Optimismus einen Knüppel zwischen die Beine. Die Champions-League-Ränge seien bereits zu weit weg, heuchelt er nicht. Stattdessen predigt er Geduld – ein Wort, das in Frankfurt traditionell schlecht ankommt.

Die Zahlen sprechen gegen ihn: Vier Punkte Rückstand auf Platz sechs, 14 Tore in 13 Auswärtsspielen. Die größte Baustelle aber ist die Mentalität. Wenn Burkardt nicht spielt, fehlt ein Impulsgeber, der Mainz die Schmach des Abstiegs noch vor Augen hat. Wenn er spielt, droht ein emotionales Fiasko. Riera wird sich bis zur letzten Minute entscheiden – und weiß, dass er mit jedem Satz, den er jetzt verliert, die eigene Zukunft schreibt.

Am Ende bleibt ein Satz im Raum stehen, der wie ein Gesetz klingt: „Manche Ziele sind nicht real.“ Für Burkardt, für Riera – und vielleicht schon für diese Saison.