Broos zerreißt messi: "große stars laufen frei, mein spieler fliegt"

Das Eröffnungsspiel der WM liegt zwar eine Woche zurück, doch der Gestank der Ungleichbehandlung hängt noch immer schwer über Atlanta. Hugo Broos, 74 und seit fünf Tagen kaum bei Trost, legte nach der Trainingseinheit noch einmal nach: „Wenn Messi mit offener Sohle in die Wade tritt, pfeift niemand. Bei uns reicht ein Schulterschubser für Platzverweis und drei Spiele Sperre.“

Der Südafrika-Trainer spuckte die Zahlen in die Mikrofone, als wären sie bittere Pillen: Themba Zwane, Kreativkopf im Bafana-Bafana-Mittelfeld, muss zuschauen, wie seine Kollegen gegen Tschechien ums Überleben spielen. Grund: eine Rangelei in der 84. Minute gegen Mexiko. Er riss sich los, bekam Rot. Fertig.

Messis tritt, der kein foul war

Der Vergleich schmerzt. In der 31. Minute des 2:0 gegen Algerien setzte Lionel Messi Aissa Mandi mit der Sohle vornehm an der Wade. Keine Karte, kein VAR, kein Aufschrei. Broos schüttelt nur den Kopf: „Ich will Messi nicht vom Platz. Aber was ist der Unterschied zwischen seinem Tritt und dem, was bei uns passiert?“

Die Szene ging durch alle Whatsapp-Gruppen des südafrikanischen Kaders. Torwarttrainer Andrew Sparkes schickte sie mit dem Kommentar „Doppelstandard pur“. Die Spieler schwiegen, aber ihre Blicke sprachen Bände.

Jetzt oder nie gegen tschechien

Jetzt oder nie gegen tschechien

Morgen Abend, 20 Uhr Ortszeit, Mercedes-Benz Stadium. Null Punkte, null Tore, null Spielraum. „Wenn wir nicht gewinnen, ist das letzte Gruppenspiel ein Freundschaftskick“, sagte Broos. Die Stimmung im Camp kippt zwischen Wut und Willen. Einige Akteure fordern mehr Kampfgeist, andere mehr Klarheit im taktischen Plan.

Doch der Coach bleibt messerscharf: „Wir dürfen uns nicht in der Opferrolle verlieren. Wir haben die Qualität, Tschechien zu schlagen. Aber wir brauchen 90 Minuten, in denen wir nicht nur laufen, sondern auch denken.“

Die FIFA hat Broos’ Anfrage um Spielberichtsprüfung bislang ignoriert. Für ihn zählt nur das Spiel. Und wenn seine Mannschaft sich gegen Tschechien nicht befreit, fliegt nicht nur Südafrika, sondern auch seine letzte WM als Trainer früh nach Hause.