Bronze-blitz in tesero: drei deutsche biathlet starten mit edelmetall durch
Am ersten Wettkampftag der Paralympics in Tesero hat das deutsche Team sofort Metall gezeigt – dreimal Bronze, kein einziger Fehlstart.
Die zahlen, die zählen
Anja Wicker, Marco Maier und Leonie Walter schossen jeweils ohne Nervenflattern auf Rang drei, ehe sie ins Stadio einliefen. Drei Sprintrennen über 7,5 km, drei Podestplätze, ein klares Statement: Die deutsche Nordische Mannschaft ist angekommen.
Wicker schaffte es in der Sitz-Klasse trotz zwei Schießfehlern, 1:11,1 Minuten hinter Oksana Masters. Die US-Amerikanerin blieb fehlerfrei und feierte bereits ihre zehnte Goldmedaille zwischen Sommer- und Winterspielen. Dahinter musste sich Wicker nur noch Masters’ Teamkollegin Kendall Gretsch geschlagen geben. Knapp dahinter rangierte Andrea Eskau auf Platz acht. Die 54-Jährige traf zwar alles, konnte das Tempo aber nicht mitgehen.

Kurze hose, langer atem
Marco Maier lief in der Stehend-Klasse wegen der Plus-Grade in kurzen Hosen – und ohne Schießfehler. 28,8 Sekunden hinter dem chinesischen Sieger Cai Jiayun, gerade mal 0,2 Sekunden vor Rang vier. Für den 26-jährigen Badener ist es die dritte Paralympics-Medaille, gewonnen, nachdem er morgens noch nicht wusste, ob er wegen einer Erkrankung starten kann. „Realisieren tu ich das alles erst später“, sagte er mit Tränen in den Augen.
Die Bronzerei vervollständigte Leonie Walter in der Klasse der Sehbehinderten. Mit Guide Christian Krasman blieb auch sie ohne Strafrunde, nur die chinesische Goldläuferin Wang Yue und die ehemalige Österreicherin Carina Edlingerova waren schneller. Fünfte wurde Johanna Recktenwald, Siebte Linn Kazmaier – beide ohne Schießfehler, aber mit zu großem Rückstand auf der Strecke.

Was das bedeutet
Das deutsche Team verlässt den ersten Tag mit drei Medaillen, drei Geschichten von Comebacks und einer Gemeinsamkeit: Keiner der Podestplätze fiel vom Himmel – jeder musste sich gegen Temperaturen, Krankheit oder internationale Topkonkurrenz durchbeißen. Am Sonntag folgt das Einzelrennen, und die Stimmung ist bereits auf Siedetemperatur. Die Ukrainer dominieren bei den Männern der Sehbehinderten, aber das deutsche Quartett um Lennart Volkert hat das Ziel klar vor Augen: ins Geschäft einsteigen. Die erste Medaillen-Welle ist da – jetzt geht’s ums Große.
