Bremen blockiert inklusion: sport bleibt behindertenfeindlich

Liam, sechs Jahre alt, liegt im Bällebad – und die Politik schaut weg. Während seine Muskeln schwächer werden, wartet das Hansewasser-Bad auf den Abriss. Ein Symbol für Bremer Inklusionslügen.

70 von 378 Vereinen bieten barrierefreie Angebote. Prozentuell: 18,5 %. Zahlen wie ein Schlag ins Gesicht. 20.350 Euro fließen jährlich in den Behindertensportverband – weniger als ein Durchschnittsprofi pro Woche verdient.

Die milliarde kommt – bleibt aber auf der strecke

Die Bundes-Sportmilliarde rollt an, doch Bremser heißen marode Hallen, fehlende Aufzüge, fehlende Trainer. Letztes Jahr absolvierten 30 Übungsleiter eine Weiterbildung. 30 – bei 10 % Bevölkerung mit Behinderung. Wer rechnet, lacht bitter.

Vanessa Carstens gründete „Turnen ohne Grenzen“, weil sonst niemand ihren Sohn nimmt. Sie baut barrierefreie Toiletten, finanziert Treppenlifte – aus Mitgliederbeiträgen. Der Staat? Liefert Sonntagsreden.

Bad dicht – vereine ratlos

Bad dicht – vereine ratlos

Das Hansewasser-Bad schließt im Sommer. Für die Inklusions-Gruppen des Bremer Sportclubs bedeutet das: Trainingsort weg, Wettkampfbasis weg, Teilhabe weg. Alternativen? Unklar. Plan B? Fehlanzeige.

Arne Frankenstein, Landesbehindertenbeauftragter, fordert: „Ein erheblicher Teil der Milliarde muss in Barrierefreiheit fließen.“ Forderung ist das Stichwort – Garantie sieht anders aus.

Liam kann noch einmal die Halle erreichen, dank Eigeninitiative. Nächstes Jahr vielleicht nicht mehr. Denn wenn kein Geld fließt, rollen Rollstühle ins Nichts. Bremen spielt Inklusion – verliert 0:10 gegen die Realität.