Brekalo rettet hertha mit doppelpack: 2:1 gegen nürnberg, aufstieg aber kaum noch drin
Josip Brekalo schlug zweimal zu – und trotzdem bleibt Hertha BSC in der 2. Bundesliga in der Rückstandsfalle. Der Kroate entschied das schwache Stadtduell gegen den 1. FC Nürnberg mit einem Treffer vor und nach der Pause (20./88.), doch die Lücke zu Platz drei betrachtet weiter acht Punkte. Die Berliner gewannen 2:1, beendeten ihre Mini-Krise, verpassten aber die Chance, dem Trio oben zumindest den Schweiß auf die Stirn zu treiben.
Die zähe anfangsphase und der erste schock für nürnberg
Die ersten 180 Sekunden gehörten noch den Gästen, dann riss Fabian Reese nach einem Nürnberger Fehlpass aus 25 Metern das Spiel an sich – knapp vorbei. Die Alte Dame übernahm das Kommando, Nürnberg rückte in eine tiefe 4-5-1-Blockhaltung zurück. In der 20. Minute schlüpfte Jeremy Dudziak an der linken Außenbahn in den Dribblingschritt, passte quer, und Brekalo donnerte das Leder aus zwölf Metern flach ins lange Eck. Jan Reichert war chancenlos, die Kurve jubelte, die Nürnberger Bank schaute betreten drein.
Die Partie verflachte danach, weil der Club nicht mehr als zwei geordnete Passstafetten hintereinander zustande brachte. Hertha spielte sich zwar in den kombinativen Knoten, doch der letzte Pass riss regelmäßig ab. So blieb es bei einem müden 1:0 zur Pause – bis Tom Baack mit dem ersten Nürnberger Torschuss überhaupt den Ausgleich erzielte. Justin von der Hitz flankte von rechts, Baack stieg am ersten Pfosten höher als Gechter und köpfte ein. Es war die einzige Ecke der Franken in Hälfte eins, doch sie reichte.

Zweite hälfte: mittelfeldpressschach und der späte brekalo-hammer
Nach dem Seitenwechsel wirkte Nürnberg wie ausgewechselt, spielte plötzlich mit drei zentralen Mittelfeldspielern und eroberte zweite Bälle früher. Die Partie entwickelte sich zu einem zermürbenden Positionskrieg, in dem beide Teams den Ball zirkulieren ließen, aber kaum Lücken fanden. Rabby Nzingoula hätte in der 63. Minute sogar die Führung erzielen können, setzte einen Schlenzer aus halblinker Position knapp neben den Pfosten.
Hertha-Coach Stefan Leitl reagierte, brachte Luca Schuler für den platonischen Mittelstürmer Reese. Der Wechsel wirkte: Schuler tauchte nach einem langen Diagonalball vor Reichert auf, ging im Zweikampf mit Lochoshvili zu Boden – kein Strafstoß, trotz VAR-Check. Der eingewechselte Angreifer prüfte wenig später mit einem Dropkick aus zehn Metern den Nürnberger Schlussmann, der stark parierte. Die Berliner drängten, doch Nürnberg stand sicher.
Die Entscheidung fiel aus dem Nichts. Fünf Minuten vor Ultimo schaltete Brekalo nach einem missglückten Nürnberger Freistoß den Turbo, sprintete links durch die Schnittstelle, zog aus 14 Metern ab und traf flach unten rechts. Das Olympiastadion erlebte ein Déjà-vu des ersten Tors – nur diesmal mit Handschlag an die Haupttribüne. Die Nürnberger warfen nochmal Alles nach vorne, doch Mohamed Alì Zoma scheiterte aus fünf Metern an Tjark Ernst.

Was die tabelle wirklich sagt
Mit 37 Punkten bleibt Hertha auf Rang sieben, drei Zähler hinter dem Relegationsplatz, acht hinter dem direkten Aufstiegsrang. Die Saisonziel-Verschiebung der letzten Woche bestätigt sich damit: Die Kluft ist zu groß, die Konkurrenz zu stabil. Nürnberg rutschte auf Platz neun ab (30 Punkte) und muss nun zusehen, dass der Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze nicht schmilzt. Am nächsten Samstag empfängt der Club Fortuna Düsseldorf, während Hertha am Sonntag bei Preußen Münster die nächste Auswärtsprobe bestehen muss.
Brekalo traf in dieser Saison bereits neunmal – so oft wie kein anderer Berliner Feldspieler. Ohne seine Tore stünde Hertha im unteren Tabellendrittel. Die Zahlen lügen nicht: Die Alte Dame ist auf ihre Individualisten angewiesen, bis das Kollektiv wieder funktioniert. Der Kroate hat das Spiel entschieden, aber die große Runde nicht mehr erreicht.
