Braathen schreibt geschichte: weltcup-sieg nach olympia-gold

Es war der Moment, auf den ganz Südamerika gewartet hatte. Lucas Pinheiro Braathen gewann am 24. März den Riesenslalom im Ski-Alpin-Weltcup – und das nur wenige Wochen nach seinem Olympia-Gold bei den Winterspielen in Milano Cortina. Brasilien hat jetzt seinen ersten Weltcup-Sieg im Riesenslalom. Die Geschichte klingt nach Hollywood, ist aber bittere Realität für alle anderen.

Odermatt stolpert, braathen greift zu

Der eigentliche Favorit war ein anderer. Marco Odermatt, der Schweizer Dominator der vergangenen Saisons, schied im ersten Durchgang aus – überraschend, fast unvorstellbar. Für Braathen war das die geöffnete Tür. Und er trat sie mit voller Überzeugung ein.

Der Norweger mit brasilianischem Pass führte nach dem ersten Lauf und ließ sich den Sieg im zweiten nicht mehr nehmen. Sauber, konzentriert, ohne einen einzigen Fehler. Hinter ihm landeten Loic Meillard und Atle Lie McGrath auf den Plätzen zwei und drei.

Ein athlet zwischen zwei welten

Ein athlet zwischen zwei welten

Braathen wurde 2000 in Norwegen geboren, fuhr jahrelang für die Norweger und gewann. Dann, im Jahr 2023, traf er eine Entscheidung, die viele nicht verstanden: Er wechselte zu Brasilien, der Heimat seiner Mutter. Sein erster Weltcup-Sieg im Slalom kam prompt. Jetzt folgt der zweite – diesmal im Riesenslalom, mit dem Kristallglobus obendrauf.

Es ist sein zweiter Großer Globus der Karriere, gewonnen in der Disziplin, in der er wenige Wochen zuvor Olympiasieger wurde. Ronaldinho gratulierte ihm persönlich – eine Geste, die zeigt, wie groß Braathen in Brasilien bereits geworden ist, obwohl Schnee dort eher selten vom Himmel fällt.

Was dieser sieg wirklich bedeutet

Was dieser sieg wirklich bedeutet

Braathen ist nicht einfach ein guter Skifahrer, der zufällig für Brasilien antritt. Er ist das Gesicht eines Landes, das im Wintersport bisher kaum eine Rolle spielte. Mit Olympia-Gold und Weltcup-Sieg im selben Winter hat er Maßstäbe gesetzt, die so schnell niemand wiederholen wird.

Die Finals in Lillehammer gehören ihm. Der Globus gehört ihm. Und die Geschichte des brasilianischen Skisports wird ab sofort in zwei Kapitel unterteilt: vor Braathen und nach Braathen.