Boris becker enthüllt: warum carlos alcaraz selbst profis sprachlos macht

Carlos Alcaraz raubt selbst Legenden den Atem. Boris Becker, 58, spricht nach einem Gespräch mit spanischen und internationalen Medien in Madrid von einem „Künstler auf dem Platz“ und gesteht: „Ich sehe keine Schwäche.“

Die warnung hinter dem lob

Doch der dreimalige Wimbledon-Sieger liefert sofort die Kehrseite mit. „Jeder Künstler braucht Inspiration“, sagt Becker. „Wenn ein Match zu leicht wird, langweilt sich Carlos. Dann verliert er den Faden.“ Die Beobachtung ist kein Vorwurf – sie ist ein Seismograph für das Niveau, auf dem sich der 22-Jährige bewegt. Alcaraz braucht den Gegner, der ihn beißt, sonst schaltet sein Gehirn auf Sparflamme.

Als Zündstoff nennt Becker Jannik Sinner. Das Duell der beiden jungen Weltranglistenersten habe „das Feld elektrisiert“. Kein Wunder: Die letzten fünf Aufeinandertreffen endeten 3:2 für Sinner, aber drei fünf-Satz-Krimis. „Diese Matches sind keine Tennispartien mehr, das ist ein Actionfilm mit Schläger“, sagt Becker.

Deutschlands hoffnung und die fehlenden jäger

Deutschlands hoffnung und die fehlenden jäger

Neben Alexander Zverev, „dem Einzigen, der kurzfristig mithalten kann“, fehlen laut Becker mindestens zwei zusätzliche Jäger. Er nennt Arthur Fils, Learner Tien und Joao Fonseca. „Fonseca wird ein Stern, aber er muss lernen, nicht nur im Training zu glänzen“, so Becker. „Semifinale und Finale von Grand Slams sind keine Schauplätze für Talente, sondern für Gladiatoren.“

Die Zahler sprechen für ihn: Alcaraz und Sinner haben seit 2023 acht der neun Major-Titel geholt. Der Rest? Ein einzelnes Wimbledon für Alcaraz – und das war gegen den 37-jährigen Djokovic.

Was becker wirklich meint

Was becker wirklich meint

Hinter der Künstler-Metapher steckt eine schonungslose Diagnose: Alcaraz besitzt keine technische Lücke, aber eine mentale. „Er kann nicht dauerhaft auf Maximum spielen, wenn das Drehbuch keine Überraschung bietet.“ Das ist kein Makel – es ist die Erklärung für seine spektakulären Einbrüche in scheinbar sicheren Matches. Gleichzeitig macht genau diese Unberechenbarkeit ihn zum Publikumsliebling. „Wenn er auf dem Court steht, weißt du: Jetzt kann alles passieren. Selbst mir als Zuschauer schlägt das Herz schneller“, sagt Becker.

Die Konsequenz für die ATP? „Wir brauchen mehr Schurken, die den Helden die Maske herunterreißen.“ Ohne sie bleibt Alcaraz ein Maler ohne Leinwand – farbenfroh, aber ohne Bild.