Bodø/glimt schreibt märchen fort: 3:0 gegen sporting – viertelfinale zum greifen nah
Kunstrasen, 8000 Zuschauer, 90 Minuten Kontrollfußball: Bodø/Glimt hat Sporting Lissabon zerlegt und steht vor dem ersten norwegischen Champions-League-Viertelfinale seit 27 Jahren. Die 3:0-Demontage im Aspmyra-Stadion war keine Sensation mehr – sie war die nächste logische Eskalation eines Runs, der Europas Großklubs schon seit Monaten in den Wahnsinn treibt.
„Die gelbe dampfwalze“ rollt weiter
Kasper Hogh traf nach 28 Minuten zum 3:0, danach schalteten die Nordlichter runter – und hatten trotzdem 18 weitere Torschüsse. TV2 sprach vom „Bacalhau-Effekt“, das portugiesische Nationalgericht wurde in Fischpaste verwandelt. Sporting-Trainer Rúben Amorim stand nach Abpfiff mit leeren Händen da, seine Mannschaft hatte 67 Prozent Ballbesitz, aber null Ideen gegen die hochverteidigende 4-3-3-Pressmaschine von Kjetil Knutsen.
Die Zahl, die in Lissabon für kalte Schweißperlen sorgt: 0:3-Rückstand bedeutet, dass Sporting im Rückspiel mindestens vier Tore braucht – und gleichzeitig die erste Niederlage in der Estádio José Alvalade-Königsklasse vermeiden muss. Die Buchmacher sehen Bodø/Glimt trotz Auswärtsbelastung als Favorit auf den Viertelfinal-Einzug.

Norwegen legt liga-start lahm – für ein dorf mit 50.000 seelen
Sogar die Eliteserien macht Platz für das Wunder. Das Liga-Auftaktspiel bei Sarpsborg wurde verlegt, damit die Truppe erholt in die Alpenstadt reisen kann. In Oslo reden inzwischen selbst Rosenborg-Fans mit Respekt über die „Glimt-Galaktischen“, was im Land der fjords gleichbedeutend mit einer Kulturrevolution ist.
Jens Petter Hauge, 2022 Europa-League-Sieger mit Frankfurt, warnt trotzdem vor Überheblichkeit: „Wir haben noch einen langen Weg, aber das Ergebnis ist fantastisch.“ Die Worte klingen wie aus einem Skript, das diese Mannschaft schon gegen Manchester City (3:1), Inter (2:1) und Atletico (2:1) auf die Grünfläche geklatscht hat.
Die Statistik nagelt es fest: Nur sieben Debütanten schafften das Champions-League-Viertelfinale auf Anhieb, zwei davon Leeds 2001 und Villarreal 2006 sogar das Halbfinale. Bodø/Glimt ist bereits jetzt die erfolgreichste norwegische Teilnehmer-Gruppe überhaupt – und hat am 12. März in Lissabon die Chance, Rosenbergs 27-jährigen Rekord von 1997 zu pulverisieren.
Kein Märchen, kein Hype, einfach nur kalte Zahlen: Wer Bodø/Glimt unterschätzt, fliegt raus. Sporting ist dran, Arsenal oder Leverkusen warten bereits im Achtelfinale-Loch. Und der Kunstrasen in der Arktis glüht noch eine Woche lang weiter.
