Magath packt aus: „hoeneß sagte, einige spieler sind gegen dich“

Felix Magath blickt zurück – und er tut es ohne den kleinsten Hauch von Reue. Im Gespräch mit 11FREUNDE erklärt der 72-Jährige, warum seine Entlassung beim FC Bayern 2007 für ihn „eine Art Auszeichnung“ war und wie sehr Uli Hoeneß seine Transferpläne blockierte.

„Felix, bist du verrückt? Das können wir nicht machen“, soll Hoeneß geantwortet haben, als Magath einen Namen auf den Zettel brachte. Der damalige Manager habe ihm klar gemacht, dass er auf „verlorenem Posten“ stehe. Magath akzeptierte – und holte trotzdem zweimal das Double. Seine Mission lautete: Disziplin und Fitness zurückbringen. Erfolg kam, Freundschaft nicht.

Spieler revoltieren – magath bleibt hart

Spieler revoltieren – magath bleibt hart

Starensemble? Animateur? Fehlanzeige. „Ich verstehe mich nicht als Animateur“, sagt er. Als Hoeneß ihn warnte, einige Profis hätten sich gegen ihn gestellt, antwortete Magath mit Schulterzucken: Beliebtheit war nie Teil seines Auftrags. Wer für den Verein arbeitet, muss Leistung abliefern – Punkt. Das schuf Gegner im Kader, aber auch Titel.

Heute sitzt Magath als Sportvorstand bei Viktoria Aschaffenburg auf der Tribüne, nicht mehr an der Seitenlinie. Trotzdem fühlt er sich auf dem Rasen „immer noch am wohlsten“. Seine Kritik am Fußball? „Es ist tragisch, wie wenig Erfahrung zählt.“ Statt auf Ideen werde aufs Geburtsdatum geschaut – ein Vorwurf, der auch damals schon durch die Kabinenflure des FC Bayern hallte.

Magath nimmt kein Blatt vor den Mund. Seine Bilanz: drei Deutsche Meisterschaften, drei Pokalsiege, einmal Europa-League-Triumph – und ein Abschied, der ihm perverserweise bestätigte, dass er seine Aufgabe erfüllt hatte. Wer nach so einer Karriere noch über Rücktritt nachdenkt, hat den Sport nie verstanden.