Blueco spaltet drei kontinente: chelsea-karawane plant nächsten coup

London – Buenos Aires – Straßburg. Keine Billig-Airline, sondern die neue Route des US-Investors Todd Boehly. Seine Holding BlueCo lässt Fans auf drei Kontinenten auf die Barrikaden steigen, während hinter den Kulissen bereits der nächste Klub eingekreist wird: River Plate.

Ein coach, zwei talente, null respekt

Der Vorwurf lautet Kolonisierung. Straßburg erlebt die beste Saison seit 40 Jahren, trotzdem formiert sich der Protest. Grund: Liam Rosenior wurde mitten in der Ligue-1-Planung abgeworben, Innenverteidiger Sarr kurz darauf nach Stamford Bridge durchgereicht, Stürmer Bakwa und Mittelfeldspieler Diarra für zusammen 30 Millionen Euro nach Nottingham respektive Sunderland verkauft. Die Botschaft der Franzosen: „Wir sind kein Farmteam.“

Am 18. April treffen sie sich mit Chelsea-Anhängern vor der Premier-League-Partie gegen Manchester United. Gemeinsame Marschrichtung: Downing Street. Die Forderung: Ende der Asset-Stripping-Politik.

Nächster halt buenos aires

Nächster halt buenos aires

Während die Polizei in London bereits die Absperrgitter vorbereitet, verhandelt BlueCo in Finalstufe mit River Plate. Kern des Vorhabens: Optionen auf alle Top-Talente des Millionarios, doppelte Weitervermittlung über Straßburg möglich. Modell Kendry Páez: Der 18-jährige Ecuadorianer flog nach nur 181 Ligue-1-Minuten weiter nach Argentinien – Chelsea behält die Rechte, River liefert Spielzeit, BlueCo kassiert ab.

Die argentinische Fankultur gilt als hitzköpfig. Schon jetzt kursieren in den Whatsapp-Gruppen Spruchbänder mit der Aufschrift „Boehly go home“. Die erste Testfrage wird lauten: Wer garantiert, dass Enzo Francescoli nicht zum nächsten Rosenior wird?

BlueCo lässt die Proteste kalt. Für die Finanzstrategie zählt nur eins: Mehr Klubs bedeuten mehr Assets, mehr Assets bedeuten mehr Leverage. Die Fans zahlen den Preis – im Stadion und auf der Tribüne der Globalisierung.

Fazit: Ein Investor, drei Traditionsklubs, null Skrupel. Die Super-League wurde abgelehnt, doch Boehly baut sie im Kleinen nach. Wenn River Plate einmal die B-Version des Chelsea wird, ist das Geschäftsmodell nicht mehr aufzuhalten. Die nächste Protestwelle kommt nicht. Sie ist längst unterwegs.