Blomqvist pulverisiert hoffenheim – eintracht-frauen wieder auf europakurs

Rebecka Blomqvist brauchte 64 Minuten, um die TSG Hoffenheim aus dem Europacup zu katapultieren. Mit einem Doppelpack sorgte die Stürmerin dafür, dass Eintracht Frankfurt nach zwei Wochenregengespinsten endlich wieder Boden unter die Schuhe bekommt – und Platz drei wieder fest im Visier.

Blomqvist bestraft dick nach sekundenbruchteil

Noch war die Stadionuhr nicht mal auf 60 Sekunden gesprungen, da lag der Ball schon im Netz. Laura Dick, sonst eine sichere Bank, rutschte bei der ersten Ballannahme durch – und Blomqvist schob eiskalt ein. Das 1:0 war gleichzeitig die Weckruf für ein Spiel, das in der ersten Halbzeit zur reinen Demonstration wurde. Lührßen scheiterte, Memeti traf nur den Pfosten, Freigang verzog zweimal aus zehn Metern. Die Zahlen hätten glatt 5:0 heißen können.

Hinter der Zahl 3.214 Zuschauer im Deutschen Bank Park steckt mehr als nur eine Zahl. Es ist das lauteste Bekenntnis seit Wochen, dass die Frauenmannschaft kein Beiwerk mehr ist, sondern ein Aushängeschild. Nach Pokal-Aus und 0:2 in Freiburg war die Stimmung auf dem Präsentierteller gesunken – der Sieg gegen Hoffenheim schraubt sie wieder auf Champions-League-Niveau.

Arnautis

Arnautis' system funktioniert, weil es variabel bleibt

Niko Arnautis hatte seine Startformation umgestellt: Memeti rutschte ins Zentrum, Riesen übernahm die rechte Seite, Senß agierte als Sechser-Lenkerin. Das 4-2-3-1 wurde im Ballbesitz zum 3-4-3, ohne Ball zum 4-4-2 – ein Schachbrett, das Hoffenheims Trainerin Frauen-Bundesliga-Debütantin Christiane Wahl schachmatt setzte. Die Gäste fanden erst nach der Pause eine Antwort, doch deren einzige Großchance parierte Altenburg mit einem Reflex gegen van Dijk.

Die 64. Minute war die Entscheidung: Lührßen schaltete nach einem eroberten Zweikampf um, Blomqvist nahm den Ball mit der Innenseite mit, ließ Diehm stehen und schob ins lange Eck. 2:0, die Vorentscheidung. Eintracht spielte anschließend runter, ohne zu kontrollieren – ein Luxus, den sich nur Teams mit echter Tiefe leisten können.

Platz drei ist kein zufall, sondern ein statement

Platz drei ist kein zufall, sondern ein statement

Mit 35 Punkten springt Frankfurt auf Rang drei – und hat ein Spiel weniger als Bayern und Wolfsburg. Die Tabelle lügt nicht: Die Hessen haben die zweitbeste Defensive (13 Gegentore) und die drittbeste Offensive (39 Tore). Blomqvist steht nach sieben Saisontreffern vor ihrer persönlichen Bestmarke, Memeti liefert Vorlagen am Fließband, die Innenverteidigung um Doorsoun und Ostenstad kassiert seit fünf Liga-Spielen nur noch ein Gegentor.

Der Blick nach vorn: Am Sonntag geht es nach Köln, dann empfangen die Frankfurterinnen den Tabellenführer Bayern. Zwei echte Prüfsteine, doch wer Hoffenheim so souverän abwickelt, darf träumen. Die Europa-League-Plätze sind kein Ziel mehr, sondern ein Mindestanspruch. Und vielleicht, nur vielleicht, wird aus dem Europa-Kurs ja doch noch ein Angriff auf die Meisterinnen.

Die Zahlen sprechen für sich: 13 Spiele, nur eine Niederlage im Jahr 2026. Blomqvist hat den Knoten geöffnet – und mit ihm die ganze Mannschaft. Wer jetzt noch zweifelt, hat die letzten 90 Minuten verschlafen.