Blessin zieht den kopf aus der schlinge – st. pauli verspielt rang 15
Der Kiez-Klub war kurz draußen aus dem Keller, dann patzte er sich selbst. Alexander Blessin schoss nach dem Abpfiff auf den Schiedsrichter, korrigierte sich später – und blieb trotzdem hart.
St. Pauli führte zur Pause 1:0 und hatte den 15. Platz – damit die Relegationszone – tatsächlich auf dem Bildschirm. Die Elf war druckvoll, dominierte die Freiburger, ließ sie laufen. Doch schon nach dem Seitenwechsel riss der Faden. Freiburg drehte auf, das Millerntor bekam keine Rolle mehr, und als Hauke Wahl an der Linie zu Boden ging, war der zweite Gegentreffer fällig. Blessin explodierte bei DAZN: „Wir haben gegen zwölf Mann gespielt.“

Die wut sprach, der verstand schaltete später
Wenige Minuten danach saß der Trainer im kalten Licht der Pressekonferenz und ruderte. „Nicht clever“, nannte er sich selbst, „die Aussagen kamen aus der Emotion heraus.“ Gelb hatte er sich verdient, auch das gab er zu. Doch er beharrte auf dem Punkt, der ihn zuvor traf: „Vor dem zweiten Tor sind es kleine Details und Entscheidungen, die gegen uns getroffen werden.“
Die Zahlen sind gnadenlos: St. Pauli kassierte in der zweiten Halbzeit 1,8 xG, hatte selbst nur 0,2. Die Mannschaft rannte, fand aber keen Entlastung. Torwart Nikola Vasilj, sonst sicherer Hafen, entschärfte zwar den ersten Schuss von Cyriaque Irié, setzte die Abprall-Pille aber genau vor die Füße von Ex-Mitspieler Igor Matanovic. „Neun von zehn dieser Bälle halte ich“, sagte er. „Heute war ich der Zehnte.“
Am Ende steht Platz 17, zwei Punkte hinter Bochum, drei vor Union Berlin. Die Luftholen-Phase dauerte nur 45 Minuten, dann schlug der Kiez sich selbst ins Gesicht. Blessin nimmt den Schluckauf mit – und weiß, dass die nächste Gelegenheit schon am Samstag in Mainz kommt. Dort zählt dann kein Rückzieher mehr.
