Big six dominiert: premier league überholt laliga finanziell!

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der sogenannte 'Big Six' der Premier League hat die finanzielle Vorherrschaft über LaLiga übernommen. Ein Umstand, der die Frage aufwirft, ob wir es hier mit einer Liga innerhalb einer Liga zu tun haben – einer Elite, die sich weitgehend von den übrigen Vereinen distanziert.

Ein milliardenschweres konstrukt

Liverpool FC, Manchester City, Arsenal FC, Manchester United, Tottenham Hotspur und Chelsea FC haben in der Saison 2024-2025 zusammen einen Umsatz von beeindruckenden 4,217 Milliarden Pfund (etwa 4,935 Milliarden Euro) erzielt. Diese Summe übertrifft den Gesamtumsatz aller spanischen Erstligisten von 4,624 Milliarden Euro bei Weitem. Nur die Bundesliga mit ihren 5,122 Milliarden Euro kann mit diesem Umsatz des englischen Schwergewichts mithalten, und selbst dort ist der Abstand gering. Der Rest der europäischen Top-Ligen bleibt weit hinter den Erwartungen zurück, wobei beispielsweise die Ligue 1 einen Umsatz von nur 70% der Premier League generiert.

Doch die finanzielle Macht geht Hand in Hand mit einer gewissen Instabilität. Die sechs Top-Klubs verzeichneten im selben Zeitraum Verluste in Höhe von 393,4 Millionen Euro. Einziger Lichtblick: Liverpool FC konnte dank des gewonnenen Liga-Titels und neuer Sponsoren einen Gewinn verbuchen.

Der liverpool-effekt: mehr als nur ein titel

Der liverpool-effekt: mehr als nur ein titel

Der Erfolg von Liverpool spiegelt sich nicht nur im sportlichen Bereich wider, sondern auch in den Finanzen. Mit einem Umsatz von 702,7 Millionen Pfund (822,4 Millionen Euro) übertrafen die Reds nicht nur Manchester City im Umsatzranking, sondern leisteten auch einen Beitrag von 18% zu den ordentlichen Einnahmen des Big Six. Die Gesamteinnahmen der sechs Klubs stiegen um 6% auf 3,81 Milliarden Pfund (4,46 Milliarden Euro) – eine Steigerung von 1,957 Milliarden Pfund (2,17 Milliarden Euro) im Vergleich zu vor zehn Jahren. Dieser Anstieg ist vor allem dem florierenden Geschäftsbereich 'Commercial' zu verdanken.

Kommerzialisierung als triebfeder

Kommerzialisierung als triebfeder

Die globale Marke der Premier League-Klubs hat es ermöglicht, die aggregierten Einnahmen seit der letzten Saison vor der Pandemie um unglaubliche 59% zu steigern. Der Umsatz erreichte zum Ende der Saison 2024-2025 fast 1,74 Milliarden Pfund (2,036 Milliarden Euro), was eine weitere Steigerung von 6% im Jahresvergleich darstellt. In einem Jahrzehnt hat der Big Six auf diesem Weg 1 Milliarde Pfund (1,16 Milliarden Euro) zusätzlich erwirtschaftet. Im Vergleich zu LaLiga ist der Unterschied immens. Obwohl die spanischen Klubs ihren Umsatz im letzten Geschäftsjahr um 20% steigern konnten, blieben sie mit 730 Millionen Pfund (822 Millionen Euro) hinter den englischen Giganten zurück.

Manchester City setzt dabei weiterhin Maßstäbe im Bereich Sponsoring und Merchandising, unterstützt durch das globale Netzwerk des City Football Group. Der Verein generierte 340 Millionen Pfund (398 Millionen Euro) – ein Wert, der nur von Real Madrid und dem FC Barcelona übertroffen wird. Das Manchester United hingegen, trotzt einer schwierigen sportlichen Situation mit einem Umsatz von 333,3 Millionen Pfund (390 Millionen Euro) im Commercial-Bereich, was einem Anstieg von 10% entspricht. Die Hälfte des Gesamtumsatzes des Clubs stammt mittlerweile aus diesem Bereich.

Das matchday-geschäft: ein neuer goldesel

Das matchday-geschäft: ein neuer goldesel

Neben dem Commercial-Bereich gewinnt auch das Matchday-Geschäft, also alles rund um das Stadion und die Spieltage, zunehmend an Bedeutung. Im vergangenen Jahr stiegen die Einnahmen hier um 14% auf über 700 Millionen Pfund (840 Millionen Euro). Im Vergleich dazu generierte LaLiga mit dem Matchday-Geschäft lediglich 815,8 Millionen Euro – wobei der Großteil davon auf Real Madrid und den FC Barcelona entfiel.

Ein fragiles fundament: hohe verluste und schulden

Ein fragiles fundament: hohe verluste und schulden

Doch hinter der glänzenden Fassade der finanziellen Stärke verbirgt sich ein fragiles Fundament. Der Big Six verzeichnete Verluste in Höhe von 393,4 Millionen Pfund (460 Millionen Euro). Die Gesamtausgaben für Gehälter und Abschreibungen von Spielertransfers erreichten sogar einen neuen Rekord von 3,166 Milliarden Pfund (3,705 Milliarden Euro), was den Umsatz der Klubs zu 83% verschlingt. Und die Schuldenlast ist immens: 3,558 Milliarden Pfund (4,164 Milliarden Euro) – ein deutliches Zeichen für die Abhängigkeit von Investitionen und Krediten. Die Tottenham Hotspur führen diese Liste mit 1,25 Milliarden Pfund (1,463 Milliarden Euro) an. Es bleibt abzuwarten, ob diese finanzielle Überdehnung langfristig tragfähig ist.

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