Biathlon-star laegreid: tränen, untreue und jetzt social-media-ausstieg
Der norwegische Biathlon-Star Sturla Holm Laegreid hat für viel Aufsehen gesorgt, als er nach seiner Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen seine Untreue gestand – live im Fernsehen. Nun scheint der emotionale Ausnahmezustand seinen Tribut gefordert zu haben: Der 29-Jährige zieht sich von allen sozialen Medien zurück. Ein Schritt, der viele Fragen aufwirft und die bereits hitzige Debatte um sein Verhalten weiter anheizt.

Der preis des geständnisses: körperliche und seelische erschöpfung
Laegreid selbst sprach in einem Interview mit dem norwegischen Rundfunk NRK über die Folgen seines öffentlichen Geständnisses. Er betonte, dass der emotionale Stress massive körperliche Auswirkungen hatte. „Jeder, der so etwas erlebt hat, kann das nachvollziehen“, erklärte er, „Es kam zu einer körperlichen Reaktion. Es gehört einfach dazu.“ Die Folgen waren deutlich spürbar: Schlafstörungen und Appetitlosigkeit führten zu Gewichtsverlust. Ein Preis, den er für seine Ehrlichkeit zahlen musste.
Das Geständnis selbst war ein dramatischer Moment. Nachdem er die Bronzemedaille im Einzelrennen gewonnen hatte, brach er unter Tränen zusammen und gestand seine Untreue. „Vor sechs Monaten habe ich die Liebe meines Lebens getroffen. Doch vor drei Monaten habe ich den größten Fehler meines Lebens gemacht“, sagte er vor den Kameras. Die Beziehung zu seiner Partnerin zerbrach daraufhin, und die Frau, die anonym bleiben möchte, äußerte sich in der norwegischen Tageszeitung VG: „Es ist schwer zu vergeben. Selbst nach einer Liebeserklärung vor der ganzen Welt.“
Ein Team im Schatten: Laegreids Geständnis überschattete auch die Leistungen seines Teams. Der Erfolg seines Teamkollegen Johan-Olav Botn geriet in den Hintergrund. Laegreid entschuldigte sich mehrfach bei seinen Teamkollegen und bei seiner Ex-Freundin, in der Hoffnung, den entstandenen Schaden wiedergutzumachen. „Sie gilt auch meiner Ex-Freundin, die unfreiwillig ins Rampenlicht der Medien geriet. Ich hoffe, es geht ihr gut“, so Laegreid.
Nun scheint der Biathlet den Wunsch nach Ruhe und Abstand zu haben. Sein Instagram-Profil, einst ein Fenster zu seinem Leben mit 83.000 Followern, ist nicht mehr aufrufbar. Ob dieser Schritt eine direkte Folge des Olympiaskandals ist, lässt er offen. Doch eines ist klar: Der Weg zur inneren Balance wird für Sturla Holm Laegreid noch lang und beschwerlich sein. Die öffentliche Aufmerksamkeit und die Last seiner Vergangenheit werden ihn dabei begleiten – auch wenn er sich nun aus der virtuellen Welt zurückzieht.
