Biathlon-debakel am arber: deutsche junioren chancenlos

Der Traum von Medaillen bei der Junioren-WM in Biathlon am Großen Arber ist für das deutsche Team geplatzt. Ein desolater Auftakt offenbarte eklatante Schwächen am Schießstand und lässt die Titelhoffnungen schwinden.

Was wirklich hinter den schlechten ergebnissen steckt

Was wirklich hinter den schlechten ergebnissen steckt

Die Bilanz des ersten Wettkampftages ist klar: Fünf, sechs, sieben Fehlschüsse – das war keine Ausnahme, sondern die Regel für die deutschen Nachwuchsbioathleten. Lukas Tannheimer, als bester Deutscher lediglich auf Platz 20, wirkte frustriert: „Ich kann mir die Fehler einfach nicht erklären.“ Doch die Erklärung liegt wohl tiefer als in individuellen Schwankungen.

Bundestrainer Marko Danz hatte vor dem Wettkampf vollmundig das Medaillenziel ausgegeben. Diese Ankündigung wirkt nun angesichts der Realität regelrecht beschämend. Die Konkurrenz, allen voran der Schwede Philip Lindkvist-Floetten, zeigte, wie man unter schwierigen Bedingungen – sulziger Schnee und gleißende Sonne – eine fehlerfreie Leistung abliefert. Floettens Sieg war zwar überraschend, aber er ist auch ein deutliches Zeichen der Stärke der internationalen Konkurrenz.

Die Probleme der Deutschen liegen nicht nur im Schießen. Auch läuferisch waren die Zeiten weit entfernt von der Spitze. Die fehlende Wettkampfhärte, die mangelnde Erfahrung mit solchen Bedingungen – all das offenbarte sich deutlich. Und während Lindkvist-Floetten seine Nerven im Griff hatte, bröckelte es bei den deutschen Athleten unter dem Druck.

Die Hoffnungen ruhen nun auf den kommenden Rennen. Doch ohne eine deutliche Verbesserung am Schießstand und eine Steigerung der läuferischen Leistung werden die Deutschen wohl nur noch Außenseiterchancen haben. Die Einzelrennen der Juniorinnen am Sonntag werden zeigen, ob sich das Blatt wendet oder ob die WM in Frank nach einem enttäuschenden Debakel endet.

Die Konkurrenz lacht – und das aus gutem Grund. Der deutsche Biathlon-Nachwuchs hat am Arber eine bittere Lektion gelernt: Talent allein reicht nicht aus. Es braucht auch Nervenstärke, Präzision und die Fähigkeit, mit schwierigen Bedingungen umzugehen. Und davon war am Samstag wenig zu sehen.