Biathletin hettich-walz: olympia war das letzte kapitel?
Schlechte Nachrichten für Biathlon-Fans: Janina Hettich-Walz, die Silbermedaille bei der WM, denkt ernsthaft über eine Karrierepause nach. Die geborene Athletin, Mutter einer kleinen Tochter, spricht offen über die Strapazen des Leistungssports und die schwierigen Entscheidungen, die vor ihr liegen – und deutet an, dass die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina ihr letzter großer Auftritt gewesen sein könnten.
Die achterbahnfahrt der saison und die last des erwartungsdrucks
Die vergangene Saison war für Hettich-Walz alles andere als ein Selbstläufer. Während sie im Laufen weiterhin zu den Besten gehörte – „eher eine Eins bis Zwei“, wie sie selbst sagt – kämpfte sie vor allem im Schießen mit deutlichen Problemen. Besonders der Stehendanschlag bereitete ihr Kopfzerbrechen, und die daraus resultierenden Strafrunden kosteten ihr wertvolle Plätze. Trotzdem, oder gerade deshalb, war es ein besonderes Jahr. Nach der Geburt ihrer Tochter Karlotta im Februar 2025 kehrte sie bemerkenswert schnell in den Weltcup-Zirkel zurück, getrieben von dem großen Ziel, noch einmal bei Olympia anzutreten.
Die Unterstützung des Deutschen Skiverbandes (DSV) war dabei von entscheidender Bedeutung. Ein Verbleib in der „Trainingsgruppe Weltcup“ wurde ihr zugesichert, ihre Position bei der Bundeswehr verlängert. Und später durfte sie ihre Tochter sogar zu einigen Lehrgängen mitnehmen – eine enorme Erleichterung, die nicht selbstverständlich ist. Denn wie Hettich-Walz betont, gibt es im Leistungssport wenig Raum für Mutterschutz oder Elternzeit.

Olympia-traum zerplatzt – und die zukunftsperspektive verschwimmt
Die Olympischen Spiele sollten das krönende Ende ihrer Karriere werden, ein Gemeinschaftsprojekt mit ihrem Mann und ihrer Familie. Doch die Mission scheiterte. Eine Krankheit bremste sie aus, und der ersehnte Traum von der Medaille blieb unerfüllt. Rang acht im Einzel und Rang vier in der Staffel waren zwar respektable Ergebnisse, aber nicht das, was sie sich erhofft hatte. „Die Enttäuschung war schon sehr groß“, gesteht sie offen. „Zu verarbeiten, dass man in der Karriere diesen Traum nicht erreichen wird, war nicht so einfach.“
Und nun der überraschende Schritt: Hettich-Walz betrachtet die Möglichkeit eines vorzeitigen Karriereendes. „Noch ein, vielleicht auch noch zwei Jahre – und dann kommt das Ende meiner Karriere“, kündigt sie an. Der Grund: Die Familienplanung steht im Vordergrund. Ein weiteres Kind ist ihr Wunsch, und mit zwei Kindern möchte sie sich die intensiven Reisen und die Belastung des Leistungssports nicht mehr vorstellen.
Die Entscheidung ist schwer, aber notwendig. Denn Janina Hettich-Walz ist mehr als nur eine Spitzensportlerin – sie ist eine Mutter, die ihre Familie an erste Stelle setzt. Ein Vorbild für viele, das zeigt, dass Leistung und Familie nicht unvereinbar sein müssen, aber eben auch, dass Kompromisse und schwierige Entscheidungen dazugehören.
