Biathletin hettich-walz: letzter olympia-start und karriereende in sicht?
Ein Abschied steht bevor: Janina Hettich-Walz, die Vize-Weltmeisterin im Biathlon, denkt ernsthaft über das Ende ihrer Karriere nach. Nach der Geburt ihrer Tochter Karlotta im vergangenen Jahr und den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina steht für die 29-Jährige fest, dass die Zeit für eine Familienplanung reif ist – und das bedeutet, dass sie in vier Jahren nicht mehr auf den Startplätzen zu finden sein wird.
Die achterbahnfahrt der saison und die enttäuschung in italien
Die vergangene Saison war für Hettich-Walz eine Achterbahnfahrt. Obwohl sie im September 2025 bereits ein Comeback bei den Deutschen Meisterschaften feierte, lief es im Winter nicht nach Plan. Vor allem das Schießen bereitete Probleme, und die Hoffnung auf eine Medaille bei Olympia blieb unerfüllt. „Die Enttäuschung war schon sehr groß“, gesteht sie im Gespräch mit SWR Sport. „Zu verarbeiten, dass man in der Karriere diesen Traum nicht erreichen wird, war nicht so einfach.“

Familie versus leistungssport: ein balanceakt
Für Hettich-Walz war die Rückkehr in den Leistungssport ein Gemeinschaftsprojekt. Ihr Mann, Kai, unterstützte sie flexibel, und ihre Eltern sowie die Schwiegereltern halfen bei der Betreuung ihrer Tochter Karlotta. Der Deutsche Skiverband (DSV) ermöglichte ihr die Teilnahme an Lehrgängen mit ihrer Tochter und verlängerte ihre Stelle bei der Bundeswehr. „Mir wurde zugesichert, dass ich nach der Geburt direkt wieder in die Trainingsgruppe Weltcup komme“, erinnert sie sich dankbar.
Doch der Weg zurück an die Spitze war alles andere als einfach. „Theoretisch könnte der Verband auch sagen: Da vertrauen wir dir nicht und jetzt schaust du, wie du wieder auf die Beine kommst“, so Hettich-Walz. Die fehlende „Mutterschutz“-Regelung im Leistungssport und die langen Vorbereitungszeiten für Olympische Spiele machen eine Kombination aus Familie und Spitzensport zu einer enormen Herausforderung.

Die entscheidung ist gefallen: fokus auf die zukunft
Hettich-Walz blickt nach vorne – und sieht ihre Zukunft nicht mehr im Biathlon. „Noch ein, vielleicht auch noch zwei Jahre – und dann kommt das Ende meiner Karriere“, kündigt sie an. Ein zweites Kind steht im Fokus, und die hohen Anforderungen des Leistungssports stehen dem Wunsch nach einer Familie im Weg. Mit einem lachenden Gesicht fügt sie hinzu: „Vielleicht hilft ja ein bisschen Babypause, um neue Energie zu tanken!“
