Bianca schmidt rettet turbine potsdam mit spätem treffer vor dem absturz
In der 85. Minute herrschte auf dem Platz und in den Rängen des Karl-Liebknecht-Stadions erstmals wieder Leben. Bianca Schmidt, 35-fache Nationalspielerin und längst kein Unbekannter im Frauenfußball, zog aus 16 Metern ab. Der Ball schlug links unten ein, der SC-Sand-Keeper war chancenlos. Mit diesem Schlag rettete Schmidt nicht nur drei Punkte, sondern warf ihre Mannschaft aus dem freien Fall.
Steen gravgaards befreiungsschlag kommt zur richtigen zeit
Die dänische Führung um Steen Gravgaard hatte die Vorbereitung auf dieses Nachholspiel fast wie ein Pokalfinale angelegt. Der Abstand zum Nichtabstiegsplatz war vor Anpfiff nur ein einziger Punkt. Nun springt Turbine auf Rang zehn – und das, obwohl die Gäste aus dem Süden eigentlich die Spitze der 2. Frauen-Bundesliga übernehmen wollten.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: vor dem Spiel 24 Treffer in 17 Partien, nach dem Abpfiff endlich wieder ein sauberes Blatt und der erste Sieg seit fünf Spielen. Die Defensive stand tief, die Mittellinie wurde als erste Verteidigungsreihe missbraucht, und vorne lauerte Schmidt auf den Konter. Genau dieses Schema ging auf.

Sc sand verpasst sprung an die spitze und kassiert erste niederlage nach sieben spielen
Für die Badnerinnen war es ein Déjà-vu mit bitterem Beigeschmack. Bereits in der Hinrunde hatten sie in Potsdas leeren Rängen den Kürzeren gezogen. Trainer Michael Dörner schüttelte nach Abpfiff nur den Kopf: „Wir haben die Räume nicht eng genug gemacht und zuviel Respekt vor ihrem schnellen Umschaltspiel gezeigt.“
Die Tabellenführung bleibt damit beim VfB Stuttgart, während Sand bei 37 Punkten stehen bleibt und die Lücke nach oben wieder größer wird. Die Tordifferenz von plus 29 rettet zwar das Gesicht, doch die nächste Partie wartet schon: am Sonntag empfangen die Badnerinnen den 1. FC Köln – eine weitere Falle.
Für Turbine geht es am Sonntag (14 Uhr) gegen den SV Meppen. Der drittplatzierte Gegner hat ebenfalls Aufstiegsambitionen, doch nach diesem späten Befreiungsschlag glaubt wieder jeder an der Havel an das Wunder. Die Mannschaft busste nach dem Spiel gemeinsam ab, Schmidt mit der Kapitänsbinde und einem Lächeln, das man ihr lange nicht mehr abgenommen hätte. Drei Punkte, ein Tor, ein Neuanfang – und die Gewissheit, dass der Klassenerhalt plötzlich doch wieder in eigener Hand liegt.
