Bhc verspielt rettung in mannheim: löwen zerreißen abstiegskandidaten in der schlussphase

Der Bergische HC verlässt die SAP Arena mit leeren Händen. Die 25:28-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen war keine Frage des Könnens, sondern des Zauderns. Drei Tore Rückstand zur Pause, drei Tore Rückstand am Ende – dazwischen lag ein halbes Dutzend vertane Chancen, die über Klassenerhalt oder Klassenfall entscheiden könnten.

Frühstart wird zum scherbenhaufen

Schon nach acht Minuten stand es 4:10. Jannik Kohlbacher lief ungehindert durch die BHC-Deckung, traf, traf, traf. „Wir haben das Kreisläuferspiel kaum unterbunden“, gab Fabian Gutbrod, sportlicher Leiter der Gäste, unumwunden zu. Die Folge: Ein Rückstand, der sich wie ein Strick um den Hals des Tabellen-Vorletzten legte. Torhüter Christopher Rudeck hielt, was zu halten war, aber er war es auch, der mit Blick auf die Statistik den Kopf schüttelte: 14 Gegentore vor der Pause – zu viel für eine Mannschaft, die jeden Punkt braucht.

Die zweite Halbzeit begann mit dem Befreiungsschlag, den alle erhofft hatten. BHC-Coach Markus Pütz stellte auf eine 5-1-Deckung um, ließ Aron Seesing als zusätzlichen Rückraumspieler laufen. Es half. Nach 43 Minuten stand es 17:19, die Rhein-Neckar-Fans verstummten erstmals. Doch dann kam der Moment, der alles zunichte machte: ein technischer Fehler von Lukas Blohme, ein Konter, ein 22:27. Die Luft war raus.

Pütz mauert – und verrät doch viel

Pütz mauert – und verrät doch viel

„Bei 50:50-Situationen fehlt uns das Glück“, sagte Pütz und schob eine kaum verhohlene Schiedsrichterkritik hinterher. Die Szene, auf die er anspielte, war ein Kreisläufer-Foul an Seesing in der 54. Minute, das nicht gepfiffen wurde – und prompt das 23:27 bedeutete. „Wenn wir auf minus eins kommen, zittert Mannheim“, sagte der Trainer. Aber sie kamen nicht mehr nahe genug heran.

Aron Seesing, der im Sommer zu den Löwen wechselt, war nach dem Spiel der Meinung, dass „wir uns selbst aus dem Spiel genommen haben“. Der Kreisläufer sprach von „einfachen Fehlern“ und „Ballverlusten, die wie Gift wirken“. Ein Satz, der wie ein Vorbote klingt auf die Frage, ob er im neuen Klub mehr Stabilität finden wird.

Die tabelle lügt nicht – und die uhr tickt

Die tabelle lügt nicht – und die uhr tickt

Mit 13:41 Punkten bleibt der BHC auf dem Relegationsplatz. Zum Vergleich: Der TVB Stuttgart, erste Mannschaft unter dem Strich, hat 16:38 Zähler. Am 33. Spieltag kommt der SC Magdeburg, am 34. der TBV Lemgo – zwei Gegner, die ebenfalls um Europapokaltickets kämpfen. „Wir brauchen vier Punkte aus den letzten beiden Spielen“, rechnet Gutbrod vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass es reicht, liegt bei 17 Prozent – laut Fussball-Bundesliga-Modell, übertragen auf die HBL.

Die Saison ist noch nicht gelaufen. Aber die Niederlage in Mannheim war mehr als nur ein Rückschlag. Sie war ein Vorgeschmack auf das, was kommen könnte: die Rückkehr in die 2. Bundesliga, nach nur einem Jahr Oberhaus. Die letzten beiden Spiele werden nicht mehr über Handball entscheiden, sondern über Nerven. Und die sind nach diesem Abend blank wie die Platten in der SAP Arena.