Bezzecchi zieht in brasilien den durchzug und schickt acosta ins abseits

Ein Start, ein Angriff, ein Sieg: Marco Bezzecchi verwandelt die MotoGP in seine persönliche Show. In Goiânia jagte er vom zweiten Platz zum zweiten Saisonsieg, Aprilia-Teamkollege Jorge Martín blieb selbst auf der Reifensohle chancenlos.

Die Uhr stand bei Minute fünf, als Bezzecchi die RS-GP in die erste Schikane warf. Diggia hatte gerade noch die Pole gefeiert – und war plötzlich wieder Teil des Feldes. Was folgte, war keine Rennfahrt, sondern eine Demonstration. 24 Runden lang diktierte der Italiener Tempo und Linie; hinter ihm zerriß das Feld an seinem Windschatten.

Diggia sammelt silber, márquez kratzt am limit

Diggia sammelt silber, márquez kratzt am limit

Fabio Di Giannantonio nahm wenigstens ein Trostpaket mit: Pole, Sprint-Silber und WM-Zähler ohne Ende. 37 Punkte nach zwei Läufen – mehr als jede andere Ducati-Pilotin, mehr als der neunfache Weltmeister. Marc Márquez rangierte am Ende Vierter, fuhr mit zugekniffenem Daumen und 34 Zählern Richtung Texas, wo er sonst immer die Zauberformel parat hat.

Die Klassement-Wende ist längst Realität. Bezzecchi führt mit 56 Punkten, Acosta folgt auf 42. Die Tabelle lügt nicht – und sie erzählt auch, wie schnell Glück umschlägt: Der Tiburón von Mazarrón rutschte vom Thron direkt ins Mittelfeld.

Die GP26 von Ducati zeigt Zähne, aber nur bei VR46. Pecco Bagnaia hingegen taumelt auf Rang 13, Jack Miller und Toprak Razgatlıoğlu bleiben punktelos – ein Yamawa-Drama, das sich schon in den Wintertests angedeutet hatte.

Nächste Runde: Austin. Bezzecchi reist als Jäger ohne Anlauf, Márquez als Verfolger mit Heimvorteil. Und wer glaubt, die Saison sei schon gelaufen, vergaß die Hitze von COTA. Dort kann eine Reifenwahl die Machtverhältnisse sprengen – und die Geschichte von heute schon morgen Makulatur werden lassen.