Betis-manager fajardo feuert seine truppe vor braga-kracher an
Manu Fajardo hat die Stimme noch rauer als sonst, als er am Rande des Estádio Municipal das Wort ergreift. „Wir leben diese Stunden mit purer Vorfreude und noch mehr Verantwortung“, sagt der Sportdirektor von Betis Sevilla. Die UEFA Europa League wirft den Andalusiern heute Abend in den Viertelfinals einen Gegner vor die Füße, der kein Gramm Verschnaufpult gewährt: Sporting Braga. Für den Klub ist es das erste Mal überhaupt, dass er das Viertelfinale einer europäischen Wettbewerbsrunde erreicht. Die Fans haben es gerochen – mehr als 2.000 von ihnen haben sich auf den Weg nach Nordportugal gemacht.
Braga ist kein zufall – und soll zur routine werden
Fajardo weiß, dass Braga kein harmloser Außenseiter ist. „Ein durchtrainiertes Team in beiden Spielphasen, mit Ball enorm präzise, immer ein freier Mann im letzten Drittel, sehr vertikal, technisch versiert.“ Kurz: „Sie werden uns das Leben schwer machen.“ Doch genau diese Art von Leben will er dem Betis in den kommenden Jahren auf Dauer verpassen. „Wir müssen uns daran gewöhnen, jedes Jahr solche Spiele zu bestreiten. Viertelfinale darf kein Kuriosum bleiben, sondern muss zur Normalität werden.“
Die Rechnung geht auf, wenn der Klub wieder in der Champions League landet. Doch vorher wartet Braga, ein Ort, an dem Betis noch nie gewann. Die Statistik interessiert Fajardo wenig. Er schaut lieber in die Kabine, wo seit gestern ein Gesicht wieder auftaucht, das die Anhänger vermisst haben: Isco. Der Mittelfeldstratege reiste trotz seiner Blessur mit, absolvierte Teile des Mannschaftstrainings. „Wir brauchen Isco, und Isco braucht uns“, sagt Fajardo knapp. Ein Einsatz ist nicht garantiert, aber der psychologische Effekt ist längst spürbar.

Laliga-notstand und der espanyol-funken
Die Europa League strahlt, doch in der heimischen Liga brennt Betis auf dem siebten Tabellenplatz. Nur ein Punkt aus dem letzten Heimspiel gegen Espanyol Barcelona. Fajardo zuckt nicht mit der Wimper: „Die Chancenquote war hoch, die defensive Kompaktheit das ganze Spiel über da. Wenn der Ball reingeht, redet keiner über Krise.“ Er sieht den Zusammenhang: „Eine stabile Defensive wie gegen Espanyol plus die Kreativität von Isco – das kann der Funke sein, der uns in beiden Wettbewerben nach vorne katapultiert.“
Spielbeginn in Braga ist um 21:00 Uhr MESZ. Für Fajardo kein gewöhnlicher Arbeitstag, sondern „ein Stück Klubgeschichte, das gerade geschrieben wird“. Wenn die Elf nach 90 Minuten mit einem Auswärtserfolg zurückkommt, dürfte der Sportdirektorendie Stimme noch ein bisschen rauer klingen – vor Euphorie.
