Bernardo trifft auf ex-coach hecking – und will wolfsburg die champions league wegnehmen
Der Samstag bringt das Wiedersehen, das niemand bestellt hat: Bernardo steht als Hoffenheimer Linksverteidiger gegen Dieter Hecking auf dem Rasen, den er vor zwölf Monaten als Retter nach Bochum holten wollte – und mit dem er trotzdem abstieg.
Der abstieg war erst der anfang
Die gemeinsame Geschichte endete mit dem Klassenverlust, doch beide mussten weitermachen. Hecking blieb im Revier, scheiterte am Wiederaufstieg und wurde im September entlassen. Bernardo wechselte nach Sinsheim, wo er sich heute so wohl fühlt, dass er seinen bis 2027 laufenden Vertrag gern verlängern würde. „Wenn Andi Schicker anklopft, werde ich zustimmen“, sagt er und meint damit Sportchef Alexander Rosen, der unter Freunden nur „Schicker“ genannt wird.
Die Ironie: Während der Trainer, mit dem er einst ums Überleben kämpfte, nun mit dem VfL Wolfsburg beim Tabellensechsten antritt, strebt Bernardo nach der Champions League. „Jeder Spieler will dort spielen, egal ob 18 oder 30“, erklärt er. Er selbst kennte das Niveau von Salzburg und Leipzig, doch nach dem Wechsel nach Bochum glaubte er, das Kapitel für beendet zu halten. „Dass ich es noch einmal schaffen könnte, wäre eine Genugtuung.“

Was heckings neue mannschaft erwartet
Er weiß, wie sich Abstiegsangst anfühlt – und wie schwer es ist, aus der Negativspirale auszubrechen. „Wolfsburg ist gefährlich, weil das eine gute Mannschaft mit guten Spielern ist“, warnt er. Ob er Christian Ilzer Tipps gibt? „Vielleicht, schauen wir mal.“ Klar ist: Bernardo will gewinnen, auch wenn er seinem früheren Coach den Klassenerhalt gönnt. „Ich hoffe, sie halten die Klasse – nur nicht am Samstag.“
Die Zahlen sprechen für ihn: Nach der Heimpleite gegen St. Pauli siegte die TSG in Heidenheim, Bernardo kehrte nach Innenbandproblemen in die Startelf zurück. Mit 30 Jahren und 31 Tagen vor dem Saisonfinale investiert er mehr denn je: Krafttraining, Dehnen, Regeneration – alles doppelt. „Früher habe ich nichts gemacht, heute muss ich alles machen, um drei, vier Jahre auf diesem Level zu bleiben.“
Der Countdown läuft. Am Samstag tritt er gegen Hecking an, ein halbes Jahr später könnte er dessen alten Arbeitgeber in die Europa League schicken – oder noch weiter nach oben. Die Rechnung ist einfach: Wer Bernardo stoppt, stoppt Hoffenheim. Wer Hoffenheim stoppt, stoppt den Traum von der Champions League. Und Bernardo hat vor, diesen Traum lebendig zu halten – wenn nötig auch über 90 Minuten gegen den Trainer, der ihn einst vor dem Abstieg nicht retten konnte.
