Bernardo entlarvt deutsche sonntäge: hund eto'o bellt nicht, der fussballer schon
Langweilige Sonntage? Für Bernardo Fernandes da Silva Junior ein echtes Kultur-Shock-Moment. Der brasilianische Verteidiger der TSG Hoffenheim lachte im SWR-Studio über leere Strassen und geschlossene Läden – und verriet, wie sein Hund namens Eto'o ihm durch den deutschen Stillstand hilft.

Ein zweikampfstarker brasilianer zwischen samba und sonntagsruhe
Bernardo liebt das Verteidigen. Das haben seine 113 Bundesliga-Einsätze, fünf österreichische Meisterschaften und vier Pokalsiege längst bewiesen. „Du brauchst Spieler, die sich ins Getümmel stürzen. Er scheut kein Duell, egal ob in der Luft oder am Boden“, schwärmt Trainer Christian Ilzer. Die TSG holte den 30-Jährigen ablösefrei aus Bochum, weil sie genau diesen Charakter vermisste.
Doch trotz perfekter Integration – deutscher Sprachzertifikat inklusive – bleibt ein Stein des Anstosses: der deutsche Sonntag. „In São Paulo gibt’s 24 Stunden Action, hier herrscht Betriebsruhe“, klagt Bernardo. Seine Lösung: ein afrikanischer Basenji, der nicht bellt, sondern jodelt. „Eto’o heisst er – wegen Samuel Eto’o, nicht wegen Nelson Mandela“, sagt er grinsend. Der Vierbeiner füllt die Leere mit quietschenden Lauten und begleitete den Profi schon durch Stationen in Salzburg, Brighton, Leipzig und Bochum.
Die Fußball-Familiengeschichte ist ohnehin legendär. Vater Bernardo Senior lief 1991/92 für den FC Bayern auf – damals erster Brasilianer überhaupt bei den Münchnern. Vier Spiele, kein Durchbruch. „Mein Vorbild und Ratgeber“, nennt Junior den Papa, dessen Karriere ihm als Warnung dient. „Wir sind nicht Bayern“, sagt Bernardo selbstbewusst, „wir sind Hoffenheim – und lernen gerade, mit Niederlagen wie gegen St. Pauli umzugehen.“
Am Samstag (7. März) trifft seine Mannschaft in Heidenheim auf den nächsten Prüfstein. Für Bernardo ist klar: „Wir stehen auf Platz drei, haben aber noch Luft nach oben.“ Die Lektion ist simpel: Zweikampfmonster ja, Selbstzweifel nein. Und wenn der Sonntag mal wieder zu still wird, schnurrt eben Eto’o statt bellt – ein brasilianisches Jodeln gegen deutsche Ruhe.
