Berlin schnappt sich 2029 den tour-start – pogacar droht heim-as
Die Grande Boucle rollt wieder durch Deutschland – und diesmal mit Knall auf den Fall der Mauer. Am 40. Jahrestag des 9. November 1989 eröffnet Berlin 2029 die Tour de France. Thomas Hofmann, Chef des Bündnisses „Grand Départ Allemagne“, bestätigt dem SID: „Wir sind in sehr guten Gesprächen mit der ASO, die Chancen stehen hervorragend.“
Warum der mythos mauer trumpft
Prag und Slowenien, Heimat von Triple-Sieger Tadej Pogacar, hatten ebenfalls geklopft. Doch die deutsche Story zieht. „Wir haben das bessere Narrativ“, sagt Hofmann. Kein anderer Ort verbindet Aufbruch und Einheit so radikal wie Berlin. Drei Tage nach dem Start zieht das Feld durch Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen – einstige Sperrgebiete, heute Streckenkunst.
Der Plan: „3+1“. Eine Prolog-Etappe in Berlin, dann drei Ost-Etappen, bevor es Richtung Westen weitergeht. Die ASO will die Bewerbungsunterlagen noch im ersten Halbjahr 2026. Erfüllt Deutschland die Kriterien, fällt die Entscheidung „schon ziemlich klar“, so Hofmann.

Deutschland wird zur tour-station nummer fünf
1987 startete die Tour im geteilten West-Berlin, 2017 in Düsseldorf. 2029 wäre es der fünfte deutsche Auftakt insgesamt – und der erste mit politischer Symbolkraft. Die letzten vier Grand Départs hier zogen jeweils über eine Million Zuschauer an die Straßenrand. Die Erwartung für 2029: doppelt so viel.
Für Pogacar könnte der Berlin-Start zur Heim-WM werden. Slowenien liegt nur 500 Kilometer südlich, Tausende Fans werden anreisen. Für die deutschen Teams BORA-hansgrohe und Intermarché-Circus ein Heimspiel auf höchstem Niveau.
Die finale Entscheidung fällt Ende 2026. Bis dahin muss Berlin lediglich die Finanzierungszusagen der Länder einreichen – 72 Millionen Euro stehen bereits in den Startlöchern. Die ASO wird nicht lange rätseln: Geschichte, Geld, Massen – alles spricht für Berlin. Die Tour bekommt endlich wieder eine Hauptstadt, die weiß, wie man Mauer fallen lässt.
