Berlin raus, lüneburg weiter: volleyball-giganten im gegenschlag
Die BR Volleys sind Europas Bühne entglitten. Nach dem 0:3 in Piacenza bleibt den Hauptstädlern nur noch die Bundesliga, während die SVG Lüneburg im CEV-Cup auf Finalkurs düst.

Dagostino: „wir haben zu wenig aus unseren chancen gemacht“
Kyle Dagostino sprach leise, als hätte er jedes Wort vorher abgewogen. „Wir haben viel versucht, aber aus den Möglichkeiten, die wir hatten, zu wenig gemacht.“ Der Libero biss sich auf der Pressekonferenz auf die Lippe, die Zahlen lagen auf dem Tisch: 21:25, 27:29, 18:25. Drei Sätze, keine Antwort.
Schon vor zwölf Tagen hatte sich Berlin mit dem Pokal-Aus selbst geschlagen. Im Halbfinale gegen Friedrichshafen schlichen sich Fehler ein, die man sonst nur aus Schulvorstellungen kennt. Die Champions-League-Gruppe war vorher schon Geschichte, der CEV Cup sollte das Pflaster sein. Doch Piacenza spielte unbekümmert, servierte Berlin die Gewissheit, dass 2026 kein europäisches Silber mehr glänzt.
Tröstlich: In der Liga führt Berlin mit vier Punkten Vorsprung vor Lüneburg. Aber der Verfolger reist mit Rückenwind. Am Dienstag fegte die SVG mit einem 3:1 bei Poitiers ins Halbfinale und schickte gleichzeitig eine Visitenkarte nach Berlin: Wir sind bereit, auch im Mai zu siegen.
Trainer Stefan Hübner hatte nach dem Pokalsieg Anfang März gesagt, sein Team wolle „die ganz große Druckwelle reiten“. Die Wellenreiter sind noch auf dem Brett, während Berlin ans Ufer geschwemmt wurde. Am 28. März starten die Play-offs – dann entscheidet sich, ob die Volleys ihre Saison noch retten oder Lüneburg den doppelten Titel einfährt.
Die Uhr tickt. Die Tickets sind bereits gedruckt. Und die Niederlage von Piacenza nagt länger als eine italienische Nacht.
