Bensheim flames vor historischem paukenschlag: pokal-traum lebt in stuttgart
Stuttgart wird zum Kessel. Am Samstag um 16.30 Uhr rollt für die Bensheim Flames die Kugel im Halbfinale gegen Thüringer HC – und mit ihr die Chance auf den ersten Titel der Klubgeschichte. Die Südhessinnen sind nicht zu Besuch, sie sind gekommen, um zu ernten.
Ilka Fickinger schaut nicht aufs Tableau, sie spürt die Spannung. „Brutal offen“, sagt die Trainerin und meint damit das gesamte Final Four. Kein Favorit, keine Garantie, nur 60 Minuten Handball, die über Glanz und Leere entscheiden. Tabellendritter gegen Tabellenvierter – die Statistik lacht, das Spiel nicht.

Vanessa fehr kennt das leere regal
Seit 2021 steht die Torhüterin zwischen den Pfosten, seit 2021 wartet der Verein auf Silber. „Das wäre ein absoluter Traum“, sagt Fehr und wischt sich imaginaryen Staub vom Trikot. Die Flames waren schon zweimal im Final Four, kamen zurück mit Silber und Bronze. Gold? Noch leer.
Die Crème de la Crème der Bundesliga trifft sich in der Arena, die Luft ist dünn, die Nerven noch dünner. Im zweiten Halbfinale duellieren sich Borussia Dortmund und HSG Blomberg-Lippe, am Ende steht nur eine auf dem Podest. Fickinger rechnet: „Jeder hat 25 Prozent.“ Die Mathematik ist simpel, die Realität barbarisch.
Nina Engel hat die Lektion gelernt. „Wir wissen, was noch fehlt“, sagt die Rückraumspielerin und meint den Pokal, der in der Kabine schon Platz geschaffen hat. Die Mannschaft, sagt sie, sei die beste, die Bensheim je hatte. Keine Superlative, nur eine Tatsache, die am Sonntag um 16.30 Uhr entweder goldene Bestätigung oder neue Risse im Glas findet.
Zwei Spiele trennen die Flames von der Ewigkeit. Zwei Siege und der Trophäenschrank bekommt ein Herz. Stuttgart ist bereit, Bensheim auch. Der Traum lebt – solange der Schiedsrichter nicht pfeift.
