Behrens droht ausfall: luganos torjäger zieht sich oberschenkelzerrung zu
Kevin Behrens muss mit bangem Blick auf sein linkes Bein um die Play-offs bangen. Beim 1:3 gegen Luzern zog sich der 35-Jährige eine Oberschenkelverletzung, fiel zur Pause aus – und riss damit ein riesiges Loch in die Lugano-Offensive.

Elf tore, zwei vorlagen, ein knick
Die Diagnose kommt knallhart: Muskelfaserriss, Ausfallzeit offen. Für Behrens persönlich ein Rückschlag, für Mattia Croci-Torti ein Schock. Mit elf Treffern ist der Deutsche nicht nur Toptorjäger der Tessiner, sondern auch Sechster der gesamten Super-League-Torschützenliste. Ohne ihn fehlt die erste, zweite und dritte Anspielstation. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 13 direkt beteiligte Tore in 22 Partien – kein Lugano-Spieler kommt auch nur annähernd ran.
Der Wechsel vom VfL Wolfsburg im Sommer 2025 war als letztes Abenteuer gedacht, nun droht es, in eine Geduldsprobe zu münden. Hicham Mahou lief bereits gegen Luzern ein, doch der Marokkaner bringt nur halb so viel Zweikampfstärke und kaum Kopfballqualitäten. Die Gefahr, dass Lugano in der entscheidenden Phase der Meisterschaft den Anschluss verliert, ist real.
Klubärztin De Capitani will die Genesungszeit „taggenau“ neu bewerten, doch Erfahrungswerte sprechen von mindestens drei, eher vier Wochen. Das würde die Vorbereitung auf die Viertelfinals kreuzen und womöglich auch das Halbfinale gefährden. Behrens selbst war nach der Untersuchung sichtlich mitgenommen: „Ich spüre, wie wichtig diese Saison für den Klub ist – und wie wichtig ich für das Team sein wollte.“
Für die Fans bleibt ein Trost: Die Transferstrategie setzt auf Tiefe. Doch wer Behrens’ Mischung aus Erfahrung, Ballsicherheit und Killer-Instinkt ersetzen soll, bleibt offen. Luganos Sportchef Ruedi Mahler muss nun improvisieren – oder im Winter erneut am Transfermarkt zugreifen. Die Meisterschaft wird enger, die Konkurrenz wartet. Und Behrens? Der muss zuschauen, während seine Tore plötzlich fehlen.
