Beckhams milliarden-arena tickt: schon am 4. april rollt der ball

Die Zahlen sind so glatt wie die Außenhülle des neuen Inter-Miami-Stadions: eine Milliarde Dollar, 21.000 Plätze, 72 Stunden bis zur Eröffnung. Am Freitag, 4. April, will David Beckham gegen Austin FC den ersten Kick im eigenen Tempel geben – und damit den nächsten Schritt in seinem Plan vollenden, den MLS-Klub zum globalen Markenartikel zu machen.

Baustelle wird spielstätte: so schnell ging der wandel

Noch vor Weihnachten war auf dem Gelände am Freedom Park in Fort Lauderdale ein riesiges Loch zu sehen. Jetzt steht eine gläserne Kulisse, die an ein futuristisches Kino erinnert – nur dass hier statt Popcorn Tore fallen. Die Bauarbeiter arbeiten im Schichtbetrieb, die letzten Sitzschalen werden eingehängt, während das erste Saatgras bereits rollt. Die Liga hat grünes Licht gegeben, die Sicherheitsbescheinigung liegt laut Klub seit Montag unterschriftsreif.

Was wie ein Sprint wirkt, ist in Wahrheit ein Marathon. Beckham schmiedete die Pläne schon 2019, damals noch mit der Hoffnung, das Projekt mit öffentlichen Mitteln zu bestreiten. Nach Jahren Streit mit der Stadt Miami kaufte er sich schließlich selbst aus, finanzierte alles privat – und spart sich nun Miete, Zeit und Antworten. Die Einnahmen aus Logen, VIP-Dächern und einem integrierten Hotel sollen sich nach internen Berechnungen bereits nach fünf Jahren amortisieren. Die Causa „ eigene Arena“ war nie nur Prestige, sondern ein Kalkül.

Der preis der perfektion

Der preis der perfektion

Kritiker fragen, ob ein Klub, der erst seit fünf Jahren existiert, eine Milliarden-Bühne braucht. Die Antwort liefert die Nachfrage: Dauerkarten sind restlos verkauft, auf dem Schwarzmarkt kosten Karten für das Premierenspiel bereits das Vierfache. Selbst Fans aus Europa buchen Flüge, um dabei zu sein, wenn Lionel Messi seine Heimspiel-Saison eröffnet. Die Liga rechnet mit der höchsten TV-Quote ihrer Geschichte. Und Beckham? Der lächelt nur und zitiert seine Frau Victoria: „Wenn du schon baust, dann richtig.“

Um 19.30 Uhr Ortszeit am Freitag wird die Soundanlage auf 105 Dezibel gepusht, die LED-Wall zeigt Highlights der Bauzeit in Zeitraffer. Dann wird der Ball rollen – und ein Traum, für den einst ein Junge aus Leytonstone Trainingsstunden mit Tennisbällen absolvierte, wird Realität aus Stahl und Glas. Die Uhr tickt. Noch 72 Stunden.