Becker: sinner-streit könnte karrieren beenden!

Die French Open stehen vor der Tür, doch der Fokus liegt momentan nicht nur auf dem Rasen. Ein heftiger Streit um Preisgelder droht, die Stars des Tennis zu spalten – und Boris Becker schlägt Alarm. Der Tennis-Experte warnt vor den möglichen Folgen für die Karriere junger Spieler.

Ein protest, der mehr als nur ein zeichen setzen soll

Mehrere Top-Tennisspieler, darunter Jannik Sinner und Aryna Sabalenka, planen einen ungewöhnlichen Protest: Beim Medientag am Freitag wollen sie ihre Interviews nach nur 15 Minuten abbrechen. Dieser symbolische Akt soll auf die unzureichende Beteiligung der Spieler an den Einnahmen der Grand-Slam-Turniere aufmerksam machen. Während die Gewinne der Turniere steigen, erhalten die Profis nur rund 15 Prozent der Einnahmen – deutlich weniger als bei ATP- und WTA-1000-Turnieren.

Sabalenka brachte es auf den Punkt: “Wir sorgen für die Show. Ohne uns gäbe es keine Turniere, keine Unterhaltung.” Ein starkes Statement, das die Frustration vieler Spieler widerspiegelt.

Becker: “eine karriere kann morgen vorbei sein”

Becker: “eine karriere kann morgen vorbei sein”

Boris Becker, einst selbst eine Tennis-Legende, steht den Spielern in diesem Konflikt durchaus sympathisch gegenüber. “Der Wunsch war von 15 auf 22 Prozent. Ich finde, das ist ein fairer Wunsch. Sie wollen nicht 50 Prozent, wie in anderen Sportarten, sondern nur sieben Prozent mehr”, erklärte Becker in einer Medienrunde. Doch er warnt auch vor den dramatischen Folgen für Spieler, die nicht zu den absoluten Topstars gehören.

“Eine Tennis-Karriere kann morgen vorbei sein. Sie dauert erfolgreich nur ein paar Jahre. Es heißen nicht alle Sinner und Sabalenka. Die meisten Tennisspieler brauchen das Preisgeld von Grand Slams, um überhaupt überleben zu können.” Diese Worte sind ein deutlicher Appell an die Veranstalter, die Forderungen der Spieler ernst zu nehmen.

Die Zahlen sprechen für sich: Während die Einnahmen der Australian Open in den letzten zwei Jahren von über 360 Millionen Euro auf knapp 425 Millionen Euro stiegen, blieb die Gewinnbeteiligung der Spieler bei lediglich 13,93 Prozent. Ein Rückgang, der die Ungleichheit deutlich macht.

Verhandlungen in der sackgasse?

Verhandlungen in der sackgasse?

Amélie Mauresmo, die Turnierdirektorin der French Open, scheint jedoch wenig Bereitschaft zu zeigen, Zugeständnisse zu machen. “Wir werden nicht nachgeben”, betonte sie. Obwohl die Preisgelder in den letzten zehn Jahren verdoppelt wurden und in letzter Zeit nochmals deutlich gestiegen sind, sieht Mauresmo keinen Handlungsbedarf.

Ein Treffen zwischen den Organisatoren und Spielervertretern ist für Freitag geplant. Ob dieser Dialog zu einer Einigung führen wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der Preisgelder-Streit hat das Tennisfeld in seinen Grundfesten erschüttert und könnte die French Open überschatten.

Die Diskrepanz zwischen den enormen Einnahmen und der vergleichsweise geringen Beteiligung der Spieler ist schlichtweg absurd. Selbst eine Niederlage in der ersten Runde von Roland-Garros bringt den Spielern immerhin noch 87.000 Euro ein – ein Betrag, der für viele ein Lebensretter sein kann. Diese Realität wird von der Öffentlichkeit oft übersehen, und Becker hat Recht: “Natürlich sind das unglaubliche Summen, die der normalsterbliche, arbeitende Mitbürger nicht verstehen wird.”