Bayern-zauber auch in köln: pernille harder schießt rekordmeister weiter richtung titel
Das 20. Spieltag-Ergebnis war schon vor dem Anpfiff in der Luft: Der FC Bayern München siegt 3:0 beim 1. FC Köln, bleibt ungeschlagen und marschiert mit 55 Punkten weiter Richtung Meisterschaft. Die Frage ist nur noch, wann die Münchnerinnen rechnerisch den Titel holen – nicht ob.
Pernille Harder erledigte den Gegner schon in der ersten Halbzeit. Die dänische Torjägerin traf per Doppelschlag (21./29.) und spielte Linda Dallmann frei, die das 3:0 markierte (38.). Köln war chancenlos, obwohl Trainerin Jens Scheuer mit hohem Pressing begann und die Bayern kurz irritierte. Doch die Gäste schalteten nach dem frühen Führungstor um auf Konter-Modus – und das funktionierte gnadenlos.
Effizienz als königsdisziplin
Die Bayern brauchten nur drei Torschüsse in der ersten Halbzeit, um drei Tore zu erzielen. Das ist keine statistische Fußnote, sondern Ausdruck einer Klasse, die sich nicht nur in Toren zeigt. Köln dagegen spielte sich in der zweiten Hälfte zu Tode, ohne ein einziges Mal Bayern-Torfrau Maria Luisa Grohs ernsthaft zu testen. Die Heimmannschaft blieb ohne Schuss aufs Tor – eine peinliche Statistik für ein Heimspiel.
Die Kölinnen stecken seit fünf Spielen ohne Sieg im Mittelmaß fest, bei 25 Punkten. Trainerin Scheuer sprach nach dem Spiel von „kleinen Schritten“, doch die Tabelle lügt nicht: Der Abstand zur internationalen Reihe wächst. Nächste Woche geht’s nach Nürnberg – ein Spiel, das plötzlich richtig Druck macht.

Bayern tickt anders
Die Münchner lassen nichts anbrennen. Nach dem 18. Sieg im 19. Spiel ist die Meisterschaft nur noch Formsache. Die einzige Frage: Wer kann sie stoppen? Die Antwort liegt im Kader. Mit Harder, Dallmann und Stanway verfügt Trainer Alexander Straus über Spielerinnen, die nicht nur Tore schießen, sondern Spiele entscheiden. Und das mit einer Coolness, die an die Dominikanz der Herren in den 70ern erinnert.
Für Köln bleibt das Trostlose: Man lief, man kämpfte, man verlor. Die Heimmannschaft hatte 42 Prozent Ballbesitz – und null Torgefahr. Die Zuschauer im Franz-Kremer-Stadion applaudierten trotzdem, aber es klang wie ein Abschied von der Europacup-Träumerei. Die Saison neigt sich dem Ende entgegen, und der 1. FC Köln muss sich fragen, ob das Mittelfeld das neue Maximum ist.
Am Freitag gastiert der FC Bayern bei der SGS Essen – ein weiteres Schlachtfest in NRW. Die Kölnerinnen müssen nach Nürnberg, wo sie endlich wieder gewinnen müssen, um nicht vollends abzurutschen. Die Meisterschaft ist längst gelaufen. Die Frage ist nur, wer als Nächstes die Bayern stoppen kann. Antwort: vielleicht niemand in dieser Saison.
