Bayern-keeper fliegt nach 17 minuten: neuer sieht rot gegen frimpong
Manuel Neuer ist nach einem brutalen Bodycheck gegen Jeremie Frimpong bereits nach 17 Minuten vom Platz geflogen – und reißt damit den FC Bayern im DFB-Pokal-Duell mit Bayer Leverkusen aus dem Konzept. Ersatzmann Daniel Peretz musste eiligst warmmachen, während Neuer mit hängendem Kopf Richtung Kabine schlurfte.
Die szene, die alles entschied
Frimpong war auf dem rechten Flügel durchgebrocannen, Neuer kam weit aus seinem Kasten, um den Niederländer am Torabschluss zu hindern. Doch statt den Ball zu treffen, rammte der Bayern-Kapitän seinen ehemaligen Teamkollegen mit voller Wucht um – ein klassischer „Keeper oder Feldspieler?“-Moment. Schiedsrichter Christian Dingert zückte sofort Rot, die VAR-Bilder bestätigten die Entscheidung.
Die Münchner mussten fortan mit zehn Mann und einem 23-jährigen Debütanten im Tor weiterspielen. Peretz, bislang nur zweimal in der Regionalliga zum Einsatz gekommen, bekam die heute Abend: 17. Minute, 0:0, Bayern mit einem Mann wenig.
Die Folge: Trainer Thomas Tuchel musste seine taktische Planung über den Haufen werfen. Musiala rückte in die Zehn, Kimmich organisierte hinten um, und Peretz bekam seinen zweiten Pflichtspiel-Einsatz überhaupt – gegen Florian Wirtz und Co. Die Leverkusener probierten sofort, den freigewordenen Raum zwischen den Bayern-Verteidigern auszunutzen. Erste Bilanz zur Pause: vier Großchancen, zwei Pfosten, einmal Peretz mit Glück.

Was das rot für neuer bedeutet
Es ist die zweite Ampelkarte in seiner Profikarriere, die erste seit 2012 – und sie trifft den Rekordmeister zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Mit Bayern bereits sieben Punkte hinter Leverkusen in der Liga droht das Pokal-Aus, das Quartett der Top-Favoriten könnte schon im Achtelfinale zerbrechen. Neuer selbst muss nun mindestens ein Spiel zuschauen; die nächste Herausforderung: Auswärts in Berlin gegen Union – ein Ort, an dem Bayern zuletzt kaum Punkte mitnahm.
Die Bayern-Fans reagierten gemischt: auf der einen Seite Ärger über die leichtsinnige Aktion, auf der anderen Seite Respekt für Neuer, der sich nach dem Spiel bei Frimpong entschuldigte und vor der Presse sagte: „Ich wollte den Ball klar machen, habe die Geschwindigkeit unterschätzt. Es tut mir leid für die Jungs.“ Doch sorry reicht nicht, wenn der Pokal davonfliegt.

Peretz gewinnt trotz niederlage respekt
Der 23-jährige Israeli hielt seine Farben mit mehreren Reflexen lange im Spiel, unter anderem einen Glanzparade gegen Patrik Schick in der 56. Minute. Als er endlich hinter die Kugel kam, hatte er bereits 63 Ballkontakte – mehr als jeder andere Torhüter in einem DFB-Pokal-Spiel nach 17 Minuten Einsatzzeit seit der Datenerfassung. Am Ende stand eine 2:3-Niederlage, doch Peretz‘ Name wurde im Anschluss frenetisch skandiert. „Er hat gezeigt, dass er bereit ist“, sagte Tuchel knapp.
Die Leverkusener feierten den Einzug, Bayern muss nun um die Champions-League-Plätze zittern. Und Neuer? Der muss sich fragen lassen, ob der riskante Solo-Lauf wirklich nötig war. Die Antwort liegt in der Luft: ein Spiel weg, eine Saison in Gefahr.
