Bayern zieht nach diaz-rot vor den dfb-schiedsrichter-krieg
Der FC Bayern geht
aufs Ganze. Nach dem irren Gelb-Rot gegen Luis Diaz in Leverkusen legte der Klub am Sonntag Einspruch ein – ausgerechnet gegen eine Regel, die kaum Spielraum lässt. Der Grund: Diaz fehlt Samstag gegen Union Berlin, und die Münchner wollen den Schaden nicht einfach so hinnehmen.Warum der einspruch trotzdem kommt
Christian Dingert gab seinen Fehlgriff öffentlich zu, der DFB nannte die Entscheidung „nicht korrekt“. Doch das reicht juristisch nicht. Nach DFB-Regelwerk ist nur ein „offensichtlicher Irrtum“ anfechtbar – etwa wenn der Schiri den falschen Spieler vom Feld schickt. Eine fehlinterpretierte Schwalbe zählt nicht dazu. Die Bayern wissen das, aber sie wollen ein Signal setzen. Jan-Christian Dreesen wetterte gegen den „Höhepunkt einer Phase mit fragwürdigen Entscheidungen“ und fordert den DFB auf, „das Niveau seiner Schiedsrichter endlich zu erhöhen“.
Intern herrscht bei den Bayern blankes Entsetzen. Diaz war zuvor der Matchwinner, hatte in der 82. Minute zum 1:1 getroffen, zwei Minuten später flog er. Trainer Vincent Kompany muss nun gegen Union auf die linke Außenbahn umbauen – möglicherweise rückt Serge Gnabry in die Startelf, oder Noussair Mazraoui rutscht vor. Die Personalplanung gerät aus den Fugen, weil ein Schiri eine klare Fehlentscheidung traf und sich hinterher selbst kritisiert.

Die kalkulation dahinter
Der Einspruch wird scheitern, das weiß auch Rechtsberater Michael Gerlinger. Doch die Aktion kostet nur 1.000 Euro Einspruchsgebühr und schafft Druck auf den DFB, endlich die Schiedsrichter-Fortbildung zu reformieren. Ein Nebeneffekt: Die Bayern lenken von der eigenen Leistung ab, denn gegen Leverkusen wirkte die Mannschaft nach der 60. Minute ideenlos. Dreesens Generalattacke ist deshalb auch Selbstschutz.
Am Dienstag fällt das Urteil. Wahrscheinlich wird Diaz zuschauen müssen, die Punkte bleiben aber. Die Bayern liegen weiterhin drei Zähler vor Leipzig, der Meister-Titel ist nicht in Gefahr. Dennoch bleibt der Nachgeschmack: Ein einziger Schiri-Fehler kann Saison-Pläne durcheinanderwirbeln, und der Klub, der am meisten Einfluss hat, kann gerade einmal eine symbolische Protestnote einreichen. Die Liga schaut auf Samstag, 15.30 Uhr – und wartet auf die nächste Schiri-Debatte.
