Otepää rettet das biathlon-jahr: schweizer mixed-staffel schlägt zurück

Ein einziger Fehler, und die Saison wäre endgültig zerbrochen. Doch in Otepää traf keiner. Das Schweizer Mixed-Team um Sebastian Stalder, Joscha Burkhalter, Aita Gasparin und Lena Häcki-Gross schoss sich zur zweitletzten Weltcup-Station mit null Strafrunden auf Rang zwei – und rettet damit das, was nach zuletzt 16 verpatzten Rennen schon als verloren galt: ein Erfolgserlebnis.

Der schießstand wird zum schweizer bunker

Der schießstand wird zum schweizer bunker

Stalder legt los, bleibt sauber, muss nur einmal nachladen. 0,6 Sekunden Rückstand auf die USA – das ist nichts, das ist Start in ein Finale. Burkhalter übernimmt kurz die Führung, bleibt ebenfalls fehlerfrei. Gasparin kommt als Dritte durch, doch die Loipe gehört an diesem Nachmittag den Skandinaviern. Häcki-Gross muss zwar zweimal nachlegen, doch das reicht: Norwegen kassiert fünf Strafrunden, die Schweiz null. Silber ist Silber, aber heute klingt es nach Gold.

Die Schweden gewinnen souverän, die USA landen auf Bronze. Für die Schweiz ist das mehr als nur Podestplatz Nummer zwei dieser Spielzeit – es ist die Bestätigung, dass das System noch funktioniert, wenn der Druck steigt und die Visiere richtig stehen.

Die Saison endet in zwei Wochen in Oslo. Wer jetzt noch fragt, ob diese Mannschaft zu alt, zu langsam oder zu nervös sei, sollte die Bilder aus Otepää neu abspielen. Dort standen vier Athleten, die ihre Saison nicht beerdigen, sondern neu starten wollten. Die Zielgerade kommt erst im März. Bis dahin zählt nur eins: Zielen, atmen, abdrücken – und die Scheibe trifft zurück.